Erlebniswelt

Goldrausch am Trübsee – doch das Edelmetall ist nicht der einzige Schatz am Fuss des Titlis

Am Ufer des Trübsees lädt eine grosse Grillstation zum Bräteln und Geniessen ein.

Am Ufer des Trübsees lädt eine grosse Grillstation zum Bräteln und Geniessen ein.

Nicht nur kleine Kinder lieben die Zentralschweizer Erlebniswelt auf 1764 Metern über Meer. Denn beim Trübsee im Titlismassiv sind gleich mehrere Schätze verborgen.

Konzentriert balanciert der dreijährige Henry auf den Steinen im seichten Wasser des Trübsees. Vorsichtig lässt er einen kleinen schwarzen Kübel ins Nass gleiten und zieht ihn langsam wieder heraus. Das Gefäss ist bis an den Rand gefüllt mit Wasser und Gestein. Mit etwas Glück findet sich ein Krümel «Gold» darunter. So will es zumindest das Spiel.

Die Suche nach Gold vermag auch Erwachsene in einen regelrechten Rausch zu versetzen. Das hat man bei den Titlisbahnen erkannt und vor einem Jahr rund um den Trübsee eine grosse Erlebniswelt für Familien eingerichtet. Schon an der Talstation der Engelberg-Trübsee-Bahn geht es los. Dort steht eine Schubkarre voller Goldklumpen. Fake-Gold zwar, doch das spielt für die kleineren Abenteurer, um die es hier geht, kaum eine Rolle. Mit der Gondelbahn ist man in wenigen Minuten auf 1764 Metern über Meer. Von der Station ist es ein Katzensprung zum Trübsee. Das Abenteuer kann losgehen.

Die Sage vom Gold in der Höhle

Hier oben watet Henry durchs Wasser.

© str

Die Suche nach Gold ist eine von vier Spielstationen. Sie liegen rund um den See verteilt und drehen sich um Geschichten um Schmuggler und Säumer. Die Wanderung dauert für erwachsene Beine rund eine Stunde. Man tut jedoch gut daran, das Zeitbudget grosszügig zu berechnen. Die Stationen mit Schmugglerturm, Schatztruhen, Labyrinthen haben auf Kinder eine unglaubliche Magnetwirkung, wie Henrys Mutter bestätigt. Deshalb sei der Trübsee in ihrer Familie ein Ausflugsziel. Am Ende des Wegs ist das Säumerlager aufgebaut, ausgerüstet mit mehreren Grillstellen und Tischen mit zahlreichen Sitzgelegenheiten.

Schon stapft Henry mit einem neu gefüllten Kessel ans Ufer. Wenn man den Knirps beim Spielen beobachtet, so macht es den Anschein, als ob es ihm weniger ums Goldschürfen denn ganz einfach ums «Chosle» im kühlen Nass geht.

Überhaupt stellt sich die Frage, ob man hier jemals auf Goldvorkommen gestossen ist. Überlieferungen zufolge soll sich oberhalb der Arnialp in einer Höhle Gold befinden. Die Höhle wird Goldloch genannt. Peter Reinle von den Titlis-Bergbahnen erklärt:

Er war am Projekt Erlebniswelt Schmuggler & Säumer massgeblich beteiligt.

Über sieben Brücken wandern

Einen Schatz birgt auch der Erlebnisweg Aaschlucht. Auch wenn er nicht glänzt wie Gold. Es handelt sich ­nämlich um den Schatz der Natur. Zwischen dem Nidwaldner Talboden und dem Klosterdorf Engelberg hat die Aa eine wildromantische Schlucht geschaf­fen. Mit ihren im­posanten Steilhängen, riesigen Fels­blöcken, donnernden Wasserfällen ­bietet die Aaschlucht ein spektakuläres, vielfältiges Naturschauspiel. Der Erlebnisweg ist noch immer ein Geheimtipp und wenig ­besucht. Weshalb das so ist, kann man kaum begreifen.

© Engelberg-Titlis

Neun Kilometer schlängelt sich der Schluchtweg der Aa entlang, insgesamt sieben Mal quert er den Fluss – über Steinbrücken, Metallstege und Hängebrücken. Wer den Weg ab Grafenort Richtung Engelberg unter die Füsse nimmt, hat eine Steigung von 520 Metern zu bewältigen. Die Marschzeit beträgt 2 Stunden 50 Minuten. In Anbetracht der vielfältigen Spiel- und Rastmöglichkeiten unterwegs kann man sich jedoch problemlos viel länger verweilen.

Beim Jahrhundert-Unwetter im August 2005 wurde der Wanderweg zwischen Engelberg und Grafenort zu grossen Teilen massiv zerstört. Eine Inte­ressensgemeinschaft baute den stark beschädigten Fussweg ohne öffentliche Mittel als Erlebnisweg wieder auf.

Überall zeigt sich: Hier wurde mit viel Einsatz und Herzblut gearbeitet. Die Rastplätze entlang des Flussufers liegen an lauschigen Stellen. Da gibt es den riesigen Steintisch, der aussieht, als hielten hier Waldgeister ihre Konferenzen ab. Eine meterlange dünne Steinplatte, auf Felsblöcke gelegt, darum ­herum Sitze aus Holzträmeln.

Da und dort wurde den vorhandenen natürlichen Spielressourcen mit einfachen Mitteln nachgeholfen. Allerliebst ist das kleine Wasserradwerk, das über einen schmalen Holzkanal betrieben wird. Aber Achtung! Auch wenn die Aa sich nicht so wild gebärdet, sollte man auf keinen Fall vergessen, dass es sich um einen unberechenbaren Bergbach handelt.

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