Leben

Empfehlung: Etwas auf die Kinderohren für den Hausarrest

Während der Quarantäne sollen Kinder nicht nur Lesen, sondern auch Musik hören und herumtoben. Unser Autor stellt die beste Musik vor.

In Krisenzeiten muss man ehrlich sein: Die allermeiste Musik für Kinder ist Schrott. Sie wurde oft aus reinem Geschäftssinn erdacht, und sie ist schrecklich plump. Es wimmelt in vielen Kinderpopliedern so von Klischees, dass einem im Home-Office die Trainer­hosen flattern. Da wird ausschliesslich der Mami gedankt für die Ernährung, während zwei Songs später der Papi zum «Superheld» stilisiert wird, der «alles weiss und alles kennt».

In Krisenzeiten ist man als erziehungsberechtigte Person aber froh, wenn man die Kinder auch einmal mit ein paar CDs oder einem Tablet mit Spotify im Kinderzimmer verstauen kann. Sei es, um ein geschäftliches Telefongespräch zu führen oder einfach den Kopf zu lüften. Und ja, es gibt durchaus CDs, mit denen man die Kinder mit gutem Gewissen ein paar Minuten allein lassen kann.

Zu den neueren gehört etwa der «1. Fall» von Silberbüx. Die Kinder der Band machen darauf Musik, die zwar für Kinder, aber nicht kindisch ist. Die Detektivgeschichte nimmt die Kinder ernst und weicht allen Fallen aus. Es ist richtig gute Unterhaltung, nimmt die Kinder mit auf eine Reise. Empfohlen ist der Fall ab fünf Jahren, aber es schadet sicherlich nicht, wenn die Kinder vielleicht noch ein oder zwei Jährchen älter sind. Die gut gewogene Mischung aus Hörspielen und Liedern sorgt garantiert für ein paar Minuten Verschnaufpause zwischen Homeschooling und Mittagessen kochen.

Nicht wirklich neu (und auch nicht wirklich frei von Stereotypen) ist die Globi-Reihe. Neu ist vor allem die Tatsache, dass es der beschnabelte Kinderheld auf die Streaming-Dienste geschafft hat. So kann man jetzt aus einer grossen Palette aus den Abenteuern des blauen Vogels wählen. Etwa «Globi wird Ritter», «Globi und Wilhelm Tell» und «Globi der Sportreporter». Da wird auch immer ein bisschen etwas vermittelt. Und gesungen. Die neueste Ausgabe heisst «Globi im Spital», man kann dem Vogel zumindest nicht vorwerfen, dass er der Aktualität hinterherhinkt. Es geht allerdings um einen Unfall und nicht um ein Virus.

Wenn es unbedingt Kindermusik sein muss, führt eigentlich kein Weg vorbei an Laurent & Max. Laurent Aeberli und Max Kämmerling machen Kindersongs, die selbst in der Endlosschleife nicht nerven. Dabei greifen sie auf bekannte Titel zurück und transportieren sie ins Schweizerdeutsche mit kindergerechten Texten. So wird aus «Dance with Somebody» von Mando Diao «Hängs i dä Badi». «S Wasser isch viel z warm, Seegras uf em Arm, s isch grusig, s isch grusig, alli send debi, alli bisled dri und gumped vom Sprungbrett.» Die beiden Musiker bleiben in der Tonsprache unglaublich nah an den Originalen. Jeder einzelne Song ist ein potenzieller Sommerhit für die Badi. Jetzt müssen wir nur wieder in die Badi dürfen.

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