Automobil

Elefant mit kleinem Durst: Ford bringt den Explorer in CO2-sparender Variante nach Europa

SUV-Flaggschiff mit Stecker: Den neuen Ford Explorer gibt es ausschliesslich als Plug-in-Hybrid.

SUV-Flaggschiff mit Stecker: Den neuen Ford Explorer gibt es ausschliesslich als Plug-in-Hybrid.

Der grösste Ford will beim Spritkonsum mit den Kleinsten mithalten. Klappt das?

Es wirkt fast schon paradox: Ausgerechnet in Zeiten, in denen die Hersteller den CO2-Ausstoss ihrer Flotte massiv senken müssen, bringt Ford den Explorer nach Europa. Bislang war der 5,05 Meter lange SUV ausschliesslich in den USA unterwegs.

Nun soll der Allrad-Siebensitzer auch hierzulande helfen, die CO2-Bilanz zu verbessern. Er ist nämlich ausschliesslich als Plug-in-Hybrid zu haben – und kommt damit auf einen CO2-Ausstoss von lediglich 74 Gramm pro Kilometer, was einem Verbrauch von 3,2 l/100 km entspricht.

Das ist freilich nur möglich, wenn der Akku, der Strom für bis zu 42 Kilometer rein elektrische Fahrt (WLTP) speichern kann, ausreichend oft geladen wird. Im Test waren es meist rund 35 Kilometer, bis der Akku leer war.

Das ist nicht überragend, reicht aber für kürzere Alltagsfahrten aus; wer also vorwiegend auf Kurzstrecken unterwegs ist und zu Hause oder am Arbeitsplatz Zugang zu einer Steckdose hat, kann zu grossen Teilen unterwegs sein, ohne dass der 3-Liter-V6 anspringen muss.

Ist der Akku leer, bleibt der Explorer mit knapp 7 l/100 km überraschend sparsam. Nimmt man den Fuss vom Gas, geht der Benziner aus, die Bremsenergie wird im Akku gesammelt. Ob man die versprochenen 3,2 l/100 km schafft, hängt einzig davon ab, wie oft der Akku geladen wird. Fest steht aber: Für ein mehr als 2½ Tonnen schweres SUV verbraucht der Explorer wenig Benzin, ist aber mit 457 PS und 825 Nm trotzdem mehr als ausreichend mo­torisiert.

Wirklich Sinn macht dieses Auto aber natürlich nur, wenn man die Grösse auch brauchen kann. Der Explorer ist auch als Siebensitzer noch gut nutzbar, auch wenn sich Gross­gewachsene vorn wohler fühlen. Der Kofferraum fasst 240 (sieben Sitze) bis 2274 Liter (zwei Sitze) und ist damit auch grösseren Transportaufgaben gewachsen.

Nur sinnvoll, wenn er regelmässig an der Steckdose geladen wird

Längeren Reisen ist der Explorer gewachsen, weil er bequeme Sitze und eine angenehm hohe Sitzposition sowie ein konsequent komfortabel abgestimmtes Fahrwerk bietet. Etwas unpassend dazu wirken die eher schwergängig ausgelegte Lenkung und die deutlich vernehmbaren Windgeräusche.

Auch wenn nicht alles perfekt ist: Der grosse Amerikaner vermag zu überzeugen, zumal er in seiner Klasse mit einem Grundpreis von 88 100 Franken inklusive reichhaltige Ausstattung fast konkurrenzlos ist. Vernünftig ist dieses Auto aber nur, wenn es regelmässig an der Steckdose geladen wird – und man ein Auto dieser Grösse wirklich braucht.

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