Tiny Houses

20 statt 120 Quadratmeter: Zürcher lebt seit seiner USA-Reise mit VW-Bus in einem Minihaus

Weniger ist mehr: Die Fangemeinde der Tiny Houses wächst.

Weniger ist mehr: Die Fangemeinde der Tiny Houses wächst.

Für Anhänger von Tiny Houses stehen Design und Funktionalität im Vordergrund. Sie brauchen kaum Platz und nur wenig Besitz zum Leben.

Manch einer hat diesen Sommer das Hotelzimmer mit dem Van getauscht und ist durch die Lande getuckert. Oder er hat ein «Tiny House» der «Million Stars Hotels»-Aktion von Schweiz Tourismus gemietet statt einer stattlichen Ferienwohnung. Und könnte sich vorstellen, immer so zu leben. Es geht doch ganz gut auf 20 anstatt 120 Quadratmetern. Der Trend geht ohnehin dahin, sich von Unnötigem zu befreien und sich mit wenigen Dingen zu umgeben. «Reduced to the max» im Sinn des Wortes.

Verloren in der Loftwohnung

Kevin Rechsteiner ist es so ergangen, als er nach einer USA-Reise im VW-Bus in seine Loft zurückkehrte und sich darin verloren fühlte. Vor allem merkte er, dass er eigentlich gar nicht so viel braucht. Also hat er einen Zirkuswagen nach seinen Bedürfnissen umgebaut – samt Küche, Badezimmer, Toilette, Schlafnische und Aufenthaltsbereich.

Das sieht alles andere als hand­gestrickt aus, sondern besticht durch Design und Funktionalität. Seit 2017 lebt er in seinem Häuschen nahe ­Zürich.

Rechsteiner dokumentierte sein Schaffen auf einem Blog. Daraus ist nun ein Buch geworden, das einen guten Überblick über die Geschichte der Kleinsthäuser gibt. Es zeigt auf, welchen rechtlichen und praktischen Fragen man sich stellen muss, wenn man so wohnen möchte: Wo darf man ein «Tiny House» aufstellen? Ist es darin im Winter genügend warm? Wie installiert man Solaranlagen? Ergänzt wird das Buch mit vielen Beispielen von Minihäusern aus aller Welt.

Verein für Kleinwohnformen

Rechsteiner ist mit seinem «Tiny House» nicht der Einzige in der Schweiz, aber einer der Ersten. Die Mini-Hausbesitzer haben sich vor zwei Jahren im Verein für Kleinwohnformen zusammengetan, mehr als 1000 Mitglieder sind es mittlerweile. Eine von ihnen ist Fiona Bayer, die ihr Haus ebenfalls selbst baut. Wie sie das anstellt, beschreibt sie im Blog tiny-­house-project.ch.

Seit 2015 nutzt sie jede freie Minute, um ihren Traum zu verwirklichen. In diesem Jahr möchte sie es endlich beziehen. Ja, es braucht etwas Ausdauer, wenn man sein «Tiny House» baut. Inzwischen gibt es aber auch solche, die man fixfertig kaufen kann. Sodass dem Traum vom Mini-Zuhause nichts mehr im Wege steht.

Tiny House – das grosse Praxisbuch Kevin Rechsteiner AT-Verlag 224 S., Fr. 36.90 www.kevinrechsteiner.com

Tiny House – das grosse Praxisbuch Kevin Rechsteiner AT-Verlag 224 S., Fr. 36.90 www.kevinrechsteiner.com

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1