Kolumne
Querbeet von Silvia Schaub: Sind Plastiktöpfe schlechter als solche aus Ton?

In ihrer aktuellen Gartenkolumne erklärt unsere Autorin Silvia Schaub, was man beim Eintopfen von neuen Pflanzen beachten sollte.

Silvia Schaub
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Töpfe aus Kunststoff kommen heute im tonähnlichen Stil daher.

Töpfe aus Kunststoff kommen heute im tonähnlichen Stil daher.

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Seit ich neben meinem Garten auf dem Land auch noch einen kleinen Balkon im urbanen Gebiet habe, sind für mich Blumentöpfe wichtiger geworden. Natürlich finde ich Tontöpfe immer noch die beste und schönste Lösung, wenn es um Pflanzgefässe geht. Mit ihrer warmen Farbe zaubern sie eine schöne mediterrane Stimmung auf den Balkon. Aber sie sind ziemlich schwer, und vor allem geht immer wieder mal einer in die Brüche – sei es, weil er winterlichen Temperaturen nicht standhält oder der Sturm den einen oder anderen umwirft.

Jedenfalls habe ich mich bisher immer davor gescheut, zu einem Topf aus anderem Material zu greifen. Aus Kunststoff etwa. Dazu hiess es stets, dass sich diese im Sommer zu sehr aufheizen, was den Pflanzen nicht zuträglich ist. Also habe ich bei Philipp Kaufmann nachgefragt, der in Sachen Pflanzgefässe ein Experte ist. Er hat 2017 die traditionsreiche Firma Rössler im aargauischen Attelwil übernommen, die auf eine über 100-jährige Geschäftstätigkeit in diesem Bereich zurückblicken kann.

Heute werden bei der Rössler AG zwar keine Tontöpfe mehr vor Ort hergestellt, aber Gefässe stehen immer noch im Fokus, beliefert Rössler doch den Fachhandel in der ganzen Schweiz. Kaufmann beruhigt: Kunststoffgefässe seien nicht schlechter als solche aus Ton und hätten keinen Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen.

Denn heute seien diese UV-stabilisiert und heizten sich nicht mehr so stark auf. Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie sind langlebig, gehen nicht in die Brüche und halten Temperaturschwankungen aus. Mittlerweile gibt es auch solche, die sehr tonähnlich aussehen. Und dank recycelter Materialien wie etwa aus PET-Flaschen muss man auch kein schlechtes Öko-Gewissen haben. Toll ist auch, dass manche über ein integriertes Bewässerungssystem verfügen.

Neben den nach wie vor beliebten Tontöpfen bieten sich solche aus Eternit, Fiberglas oder Metall an. Hübsch sind auch Töpfe aus Rattan, Seegras oder Jute, dazu noch sehr leicht. Sie kommen zwar aus Südostasien, stammen im Falle der Rössler-Produkte aber aus nachhaltiger Produktion zu fairen Konditionen und sind zudem zertifiziert.

Welches Material auch immer man wählt, viel wichtiger ist ein anderer Punkt: Die Gefässe müssen mindestens ein Abflussloch im Boden haben. So kann das Wasser gut ablaufen und staut sich nicht im Gefäss. Meist greift man zu Untersätzen, damit das Wasser nicht auf die Bodenplatten läuft. Experten wie Othmar Ziswiler von Jardin Suisse allerdings raten dazu, die bepflanzten Gefässe auf Standfüsse oder Holzlatten zu stellen, insbesondere wenn sie im Winter draussen gelassen werden.