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Gendergerechte Sprache: So macht es CH Media

Die Redaktionen der Zeitungen von CH Media haben sich einen Leitfaden für geschlechtergerechte Sprache gegeben. Doch wichtiger als jedes Papier ist der Kopf.

Pascal Hollenstein
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Die Zeitungsredaktionen von CH Media haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit dem Thema gendergerechte Sprache befasst.

Die Zeitungsredaktionen von CH Media haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit dem Thema gendergerechte Sprache befasst.

Keystone

Die Sprache ist das wichtigste Werkzeug im Journalismus. Präzise, verständlich und elegant sollten die Formulierungen sein. Massstab ist hierbei nicht der persönliche Geschmack der Autorin oder des Autors, sondern das Empfinden der Leserinnen.

Hier zeigt sich seit geraumer Zeit eine wachsende Sensibilität: Frauen fühlen sich nicht mitgemeint, wenn ausschliesslich männliche Formen gewählt werden. Ob Bundes- oder Nationalräte, ob Ärzte, Lehrer oder Bauern: Der generische Maskulin ist zwar praktisch, denn er ist kurz. Aber er taugt nicht mehr zur Beschreibung einer Welt, in der Frauen einen gleichberechtigten Platz einnehmen sollten. Er ist oft unpräzise. Und vor allem: Er stösst viele Leserinnen unnötig vor den Kopf.

Was tun? Die Zeitungsredaktionen von CH Media haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit dieser Frage befasst hat. Unter der Leitung von Odilia Hiller, der stellvertretenden Chefredaktorin des «St.Galler Tagblatts», diskutierten Redaktorinnen und Redaktoren aus allen Regionen und Ressorts. Es ging dabei nicht um Ideologie, sondern um eine eminent praktische Frage: Wie muss man schreiben, damit der Inhalt bei den Leserinnen und Lesern ankommt?

Die Antwort von CH Media ist diese: Wir vermeiden das generische Maskulinum, indem wir auf Doppelnennungen oder andere Umschreibungen zurückgreifen. Dabei soll der Sprachfluss stets hohe Priorität behalten. Auf Sonderzeichen wie den Doppelpunkt, das Binnen-I oder den Genderstern verzichten die Zeitungen und Onlineportale von CH Media in ihren journalistischen Texten. Auf den sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder Twitter ist der Doppelpunkt erlaubt – er hat sich dort schon weitgehend eingebürgert.

Frauen den gebührenden Platz einzuräumen, das muss das Ziel sein. Sprache ist ein mächtiger Faktor dabei. Manch eine Redaktorin, manch ein Redaktor wird sich in der täglichen Arbeit immer wieder dieser Herausforderung stellen müssen. Dieser Denkprozess ist im Grunde viel wichtiger als das Schreiben an sich. Der Kopf zählt, nicht die Tastatur.

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