Medizin

Ekelerregend, aber: Diese Maden retten gerade ein Bein

Die Sendung «tierisch» hat Markus Fluri bei der Wundmadenbehandlung begleitet – eindrücklich, aber nichts für zarte Gemüter.

Die Sendung «tierisch» hat Markus Fluri bei der Wundmadenbehandlung begleitet – eindrücklich, aber nichts für zarte Gemüter.

Immer mehr Bakterien sind resistent gegen Antibiotika. Deshalb greifen Schweizer Ärzte jetzt auf eine uralte Heilmethode zurück: Maden. Diese helfen etwa, chronische Wunden zu heilen. Wie diese von Markus Fluri.

Markus Fluri hat eine Wunde am Schienbein, die einfach nicht heilen will. Stattdessen stirbt immer mehr Gewebe ab.

Sein Arzt Dominik Lüdi, stellvertretender Chefarzt Chirurgie des Spitals Region Oberaargau in Langenthal, hat beschlossen, die Wunde mit Maden zu behandeln.

Das klingt ungewöhnlich bis ekelerregend, aber die tierischen Helfer sind ein medizinischer Rettungsanker. Bereits die Maya behandelten Wunden mit Maden. Doch diese uralte Heilmethode geriet mit dem Aufkommen von Antibiotika in Vergessenheit. Heute sind immer mehr Bakterien resistent gegen Antibiotika, und so greifen Mediziner wieder auf die Hilfe der Fliegenlarven zurück, wie die Sendung «tierisch» berichtet.

In Grossdietwil LU produziert die Firma «Entomos» solche Wundmaden. Sie schlüpfen aus Eiern, die Fliegen auf tierisches Protein legen, und werden dann sterilisiert und abgepackt.

Eine Amputation verhindern

Die Wundmaden ernähren sich ausschliesslich von abgestorbenem Gewebe und können so helfen, Markus Fluris Wunde zu heilen. Zudem sind sie von Natur aus Bakterien-Töter. Bevor sie fressen, geben sie bestimmte Enzyme ab, die die Bakterien zerstören. So schützen sie sich selbst vor diesen. 

Im besten Fall können Wundmaden so eine Amputation verhindern. Nach drei Tagen entfernt Dominik Lüdi die Maden wieder von der Wunde seines Patienten. Und ist zufrieden: Die Tierchen haben das abgestorbene Gewebe entfernt. Nun hofft er, die Wunde mittels Hauttransplantation schliessen zu können. (smo) 

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