Umweltverschmutzung

«Plastik-Kontinent» im Pazifik ist bereits grösser als Indien

Ein Plastiksack treibt über einem Korallenriff in Ägypten

Ein Plastiksack treibt über einem Korallenriff in Ägypten

Im Pazifischen Ozean hält ein riesiger Strömungswirbel Plastikabfälle fest. Das Gebiet ist grösser als Indien und noch weitgehend unerforscht. Nun startet eine Expedition von den USA aus, um den Müll-"Kontinent» zu erforschen.

Der französische Forscher Patrick Deixonne, der Vater der Expedition, will diese "ökologische Katastrophe" nun international bekannt machen. Er will am 20. Mai von Oceanside in Südkalifornien aus mit Kurs auf den Riesen-Müll-Strudel starten. Während der Fahrt sollen Dichte und Zusammensetzung des Abfalls im Wasser untersucht werden.

Die 1997 erstmals entdeckten Plastik-Überreste vermengen sich am Treffpunkt von zwei Meeresströmungen, die auf die Erdrotation zurückzuführen sind und einen immensen Wirbel bilden. Laut dem deutschen Umweltbundesamt sind es bis zu 140 Millionen Tonnen Abfall, die in den Meeren liegen, schwimmen oder an die Strände treiben.

Kein Interesse

Die Oberfläche des "siebten Kontinents" im Pazifik umfasst nach Angaben der französischen Weltraumagentur CNES rund 3,4 Millionen Quadratkilometer. Weil dieser Müll in Gewässern treibt, die weder für die Schifffahrt noch für den Tourismus von besonderem Wert sind, "interessiert das Problem nur Umweltschützer und Wissenschaftler", klagt Deixonne gegenüber der Nachrichtenagentur afp.

Das Problem für die Wissenschaftler besteht darin, dass diese "Suppe" vor allem aus Mikro-Überresten aus Plastik zusammengesetzt ist, die unter der Wasseroberfläche schweben - manchmal in 30 Metern Tiefe. Diese Müllgebiete sind deshalb von Satelliten aus kaum auszumachen, sondern nur vom Boot aus sichtbar.

Karte des verschmutzten Gebiets

Getestet werden soll bei der Fahrt auch ein Messgerät in einer Boje, das Ingenieursschüler in Frankreich zusammen mit der CNES entwickelt haben. Dadurch soll Plastik im Wasser von Plankton und anderen Lebewesen unterschieden werden und so am Ende das verschmutzte Gebiet über per Satellit übertragene Bilder kartographiert werden.

Die Expedition sollte ursprünglich schon im Mai 2012 starten - war aber just am Plastikmüll gescheitert: Eine Plastiktüte blockierte die Wasserpumpe des gecharterten des Segelschiffs, im Golf von Mexiko verfingen sich zudem Überreste eines Nylon-Fischernetzes im Ruder.

Angesichts der zunehmenden Schwierigkeiten mit dem Müll unterstützt diesmal der Yacht-Club von Oceanside die Expedition. Er stellt Deixonne ein Motorboot und drei Besatzungsmitgliedern kostenlos zur Verfügung.

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