Justin Bieber
Mehr Frisur als Mensch - die unglaubliche Karriere von Biebers Haupthaar

Übergriffige Dreadlocks, reuiger Kahlschlag, verwirrtes Blond - was auch immer der Popstar Justin Bieber mit seinem Haupthaar anstellt, es macht mehr Schlagzeilen als seine Musik. Über die Macht der Frisur.

Katja Fischer De Santi
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2021: Übergangsfrisur nach der letzten Kahlrasur.

2021: Übergangsfrisur nach der letzten Kahlrasur.

Evan Agostini / AP

Wer in dieser Welt wirklich Einfluss ausübt, lässt sich nicht an Followers, nicht an Millionen-Vermögen und nicht an verkauften Hits messen, die wirklich harte Währung ist, wessen Frisur am meisten kopiert und diskutiert wird. Oder sagen wir zumindest gegoogelt wird. Search-Hits sind die zählbare Währung im digitalen Universum. Und einer schlägt da alle Frauen um Längen – und konstant seit 2009. Justin Bieber ist das, was Diana Princess of Wales in den 1990er-Jahren und «Friends»-Schauspielerin Jennifer Aniston in den 00er-Jahren waren – mehr Frisur als Mensch.

2015: Das Blond wächst raus, der Sidecut auch

2015: Das Blond wächst raus, der Sidecut auch

Jordan Strauss / AP

Bieber ist ein haargewordenes Idol, jede Strähne eine Geschichte, jede Blondierung ein Skandal. Der 27-Jährige kann sich noch so viele Tätowierungen auf den Körper stechen lassen (um die 40 sind es Stand heute) – es interessiert wenig. Aber wehe er rasiert sich den Schädel oder filzt sich mal wieder Dreadlocks wie dieses Jahr im Mai. Der Aufschrei folgt auf den Instagram-Post. Von «kultureller Aneignung» war die Rede, von «fehlender Sensibilität» eines Popstars, der sich doch sonst gegen Rassismus einsetze.

Vielleicht hat er die Kontroverse mit voller Absicht hineingefilzt. Denn es waren Bibers dritte Dreadlocks in seiner steilen Haar-Karriere. Eine Karriere, die mit einer legendären Frisur begann. Als zarter Jüngling von 15 Jahren trug er seine Haare ins Gesicht gekämmt wie einen Helm, der fast sein ganzes Gesicht bedeckt. Sie mussten unbedingt rechts sitzen und schön glänzen. Der Topfschnitt war sein Markenzeichen. Bis heute gibt es kaum ein Bub, der nicht irgendwann das dringende Bedürfnis verspürt seine Stirnfransen wachsen zu lassen und provisorisch in eine Art Bieber-Memorian-Frisur zu geelen.

Der Superstar selbst hat sich mit zarten 17-Jahren für immer von seinem eigenen Haarhelm getrennt. Einige Fans scheinen diesen Schock bis nicht ganz überwunden zu haben und reagieren deshalb auf haarige Veränderungen bis heute sehr sensibel. Ein Jahr später legte der Popstar seine Stirn dann komplett frei und geelte sich die Haare steil in die Höhe. Seither sieht Justin Bieber die Welt besser oder zumindest strähnenfreier, aber glücklich gemacht hat in die neue Klarheit nicht. Schnippelt er sich doch seither etwas verloren durch sämtliche Möglichkeiten, die sein Haupthaar hergeben. Nach dem Entrüstungssturm wegen seiner Dreadlocks rasierte er sich den Schädel reumütig.

«Lost in Hairstyles» könnte man dereinst seine Biographie betiteln – Jennifer Aniston «The Rachel Cut» wird sicher gerne das Vorwort übernehmen.

Übrigens: in Sachen Frisur kann nur einer Bieber das Haarwasser reichen: Cristiano Ronaldo, der Mann der den (Hair)Style auf den grünen Rasen brachte. Und dem es zu verdanken ist, dass nun auch gestandene Fussballkommentatoren wissen was Meches und ein Undercut ist.

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