Schwerer Krankheitsverlauf

Coronavirus und Kinder: Mysteriöse Erkrankungen in vielen europäischen Ländern geben Rätsel auf

Das Universitätsspital hat drei Fälle von schwer erkrankten Kindern gemeldet.

Das Universitätsspital hat drei Fälle von schwer erkrankten Kindern gemeldet.

Aus Genf und zahlreichen weiteren europäischen Städten werden Fälle von schwer an Entzündungen erkrankten Kindern gemeldet. Ob ein Zusammenhang mit dem Coronavirus besteht, ist unklar.

(dpa/gb.) In der Schweiz und in mehreren weiteren europäischen Ländern sind bei Kindern ungewöhnlich schwere Erkrankungen festgestellt worden. In einigen der Entzündungsfälle wurde das Coronavirus nachgewiesen. Die Zahlen sind allerdings sehr niedrig.

In der Schweiz sind bislang drei Fälle aus Genf bekannt, wobei in einem Fall das Virus nachgewiesen worden ist. Die betroffenen Kinder zeigen Symptome, die dem Kawasaki-Syndrom ähneln. Dazu zählen entzündete Blutgefässe, Fieber und oftmals Hautausschlag. Was das Kawasaki-Syndrom auslöst, wissen Ärzte bis heute nicht. Es betrifft vor allem kleine Kinder.

Über die Erkrankungsfälle in der Schweiz berichtete zuerst die Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Laut dem Bericht traten die Fälle alle an der Universitätsklinik in Genf auf. Dort wurden demnach seit Beginn der Corona-Epidemie drei Kinder mit solchen schweren Entzündungen behandelt.

Eines der Kinder sei inzwischen genesen und bereits entlassen worden, je eines befinde sich noch auf der Normal- und eines auf der Intensivstation, sagte eine Sprecherin am Donnerstag zur Nachrichtenagentur DPA. Das Alter der Kinder konnte die Sprecherin nicht nennen. Laut Daniel Koch, dem Corona-Delegierten des Bundes, handelt es sich wahrscheinlich um eine Immunreaktion auf eine Infektion mit dem Coronavirus.

Weltgesundheitsorganisation beruhigt Eltern

In Deutschland sind bisher zwei Fälle bekannt. Auch aus Italien und Spanien wurden Fälle der mysteriösen Erkrankung gemeldet. In Grossbritannien hat der nationale Gesundheitsdienst Krankenhäuser auf etwa zwei Dutzend schwer kranke Kinder aufmerksam gemacht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich bereits mit dem Thema befasst. Der Nothilfekoordinator der WHO, Michael Ryan, sagte, das Virus greife nicht nur die Lunge sondern auch andere Gewebe an. Allerdings beruhigte Ryan besorgte Eltern: «Der allergrösste Teil der Kinder, die sich mit dem Virus anstecken, haben eine milde Infektion und erholen sich komplett.»

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