Weltraum

Berner Forscher suchen nach Leben im All: Nasa ist an ihrem Messgerät interessiert

Blick auf das Massenspektrometer Origin im Inneren eines Testsystems an der Universität Bern. Darin werden Bedingungen wie im Weltraum simuliert.

Blick auf das Massenspektrometer Origin im Inneren eines Testsystems an der Universität Bern. Darin werden Bedingungen wie im Weltraum simuliert.

Forschende der Universität Bern haben ein Instrument entwickelt, das kleinste Spuren von Leben nachweisen kann. Künftig soll es bei Weltraummissionen zum Einsatz kommen. Auch die Nasa hat bereits Interesse gezeigt.

(agl) Andreas Riedo und Niels Ligterink von der Universität Bern haben mit einer internationalen Forschergruppe Origin entwickelt, ein hochsensitives Massenspektrometer, das Kleinstmengen von Leben entdecken und identifizieren kann. Origin soll in einigen Jahren im Weltall nach bestimmten Amminosäuren suchen, wie die Universität Bern am Mittwoch mitteilte. Ein gleichzeitiger Nachweis bestimmter Amminosäuren liesse auf mögliches Leben schliessen.

«Das Überzeugende an unserer Technik ist, dass keine komplizierten Probenaufbereitungen vorgenommen werden müssen, welche das Resultat eventuell beeinflussen können», wird Andreas Riedo in der Mitteilung zitiert. Rieldo hat Origin in den Laboratorien der Weltraumforschung und Planetologie an der Universität Bern entwickelt. Das Massenspektrometer löst mit Laser-Impulsen kleine Mengen an Material von einer Oberfläche und analysiert diese in einem zweiten Schritt.

Einladung für Einsatz in der Arktis

So sieht das Massenspektrometer Origin aus.

So sieht das Massenspektrometer Origin aus.

Verschiedene internationale Weltraumkonsortien hätten bereits Interesse am Instrument für zukünftige Missionen bekundet, schreibt die Universität Bern weiter. Die Nasa habe die Entwickler eingeladen, Origin in der Arktis zu testen. Dies ermögliche es den Forschern, die Vorzüge von Origin aufzuzeigen, so Riedo. Zudem sei die Arktis eine optimale Testumgebung, denn zwei mögliche Ziele für das Instrument sind der Jupiter-Mond Europa und der Saturn-Mond Enceladus.

Deren Ozeane, die unter kilometerdicken Eisschichten liegen, besitzen nach heutigen Erkenntnissen sämtliche Eigenschaften, die für das Entstehen und das längerfristige Existieren von Leben nötig sind. Gemäss der Mitteilung der Universität Bern plant die Nasa im Jahr 2030 eine Expedition zum Jupiter-Mond mit dem Ziel, Leben zu identifizieren. Verlaufen die Tests in der Arktis erfolgreich, könnte auch ein Berner Messgerät mit von der Partie sein.

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