Natur
Bartgeier schwingen auf, Haie tauchen ab: Das sind die Gewinner und Verlierer des Tierreichs

Die Jahresbilanz 2021 des WWF zeigt: Noch nie waren so viele Tierarten bedroht wie heute. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Annika Bangerter
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Die Überfischung der Meere bedroht die Haie.

Die Überfischung der Meere bedroht die Haie.

Quelle: WWF

Er ist der grösste Vogel der Alpen: der Bartgeier. Sein imposanter Körper half ihm jedoch nicht. Bis Ende des 19. Jahrhunderts rotteten ihn die Menschen in der Schweiz aus. 1986 holten sie ihn mit einem internationalen Wiederansiedlungsprogramm zurück – und starteten eine Erfolgsgeschichte. Heute fliegen über 300 Bartgeier in den Alpen; 2021 wuchs die Population um 50 Junggeier. Das zeigt die soeben erschienene Jahresbilanz der Naturschutzorganisation WWF.

Der Bartgeier war in der Schweiz ausgerottet - nun ist er zurück.

Der Bartgeier war in der Schweiz ausgerottet - nun ist er zurück.

Quelle: WWF

Ebenfalls zu den Gewinnern im Tierreich gehört der Iberische Luchs, dessen Bestand sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verzehnfacht hat. Auch die Population des Panzernashorns in Nepal nahm zu. Hoffnung gibt zudem die Entdeckung von acht Jungtieren des vom Aussterben bedrohten Siam-Krokodils in Kambodscha. Seit über zehn Jahren ist es die erste nachgewiesene Fortpflanzung des Süsswasserkrokodils.

Schutzbemühungen zahlen sich aus

Bei den Gewinnern von 2021 zeigt sich: Intensive Schutzbemühungen zahlen sich aus. Dringend nötig haben diese Haie und Rochen. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN ist ein Drittel von ihnen vom Aussterben bedroht. Vor allem die Überfischung, aber auch der Verlust der Lebensräume und der Klimawandel lassen die Populationen schrumpfen.

Ein Drittel der Haie und Roche sind vom Aussterben bedroht.

Ein Drittel der Haie und Roche sind vom Aussterben bedroht.

Quelle: WWF

Letzterer wurde im Mittelmeerraum Wildkatzen, Braunbären, Schakalen, Wildziegen und Schlangenarten zum Verhängnis, als in Griechenland, der Türkei und Italien riesige Brände wüteten.

Zu den weiteren Verlierern in diesem Jahr gehört der Afrikanische Graupapagei. Der gefährdete Vogel ist ein beliebtes Haustier, da er sprachbegabt und intelligent ist. Händler bieten ihn in Onlineportalen an, häufig illegal. Wer darauf verzichtet, trägt zum Artenschutz bei. Ein schlechtes Jahr war 2021 für einen Glattwal: den Atlantische Nordkaper. Nur noch 366 Tiere gibt es, acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ihn bedrohen Fischerleinen, in denen er sich verfängt, aber auch Kollisionen mit Booten.

Die WWF-Jahresbilanz fällt trotz einiger Lichtblicke ernüchternd aus: Noch nie waren so viele Arten wie heute bedroht – mehr als 40000.