Astronomie
Warum dieser Planet eine Form wie ein Rugbyball hat

Forschende aus Bern und Genf konnten nachweisen, wie die Gezeiten sich auf einen fernen Planeten auswirken. Ziemlich stark, wie sich zeigte.

Niklaus Salzmann
Drucken
Fotos vom Planeten Wasp-103b gibt es nicht. Mit künstlerischer Phantasie könnte er ungefähr wie hier dargestellt aussehen.

Fotos vom Planeten Wasp-103b gibt es nicht. Mit künstlerischer Phantasie könnte er ungefähr wie hier dargestellt aussehen.

ESA

Der Planet Wasp-103b ist unvorstellbar weit weg von uns. Er befindet sich im Sternbild Herkules, ausserhalb unseres Sonnensystems. Ein Lichtstrahl benötigt Hunderte Jahre, um von da zur Erde zu gelangen. Ein Wunder, dass es überhaupt gelingt, solche sogenannten Exoplaneten zu entdecken. Und mit dem Weltraumteleskop Cheops, an dem die Universitäten Bern und Genf beteiligt sind, kann sogar die Form des Planeten abgeschätzt werden. Wasp-103b gleicht mehr einem Rugbyball als einer Kugel – das gab die Uni Bern gestern bekannt.

Yann Alibert, Universität Bern.

Yann Alibert, Universität Bern.

Anne Wurthlin

Der Grund für die Verformung sind die Gezeiten. Während bei uns der Mond die Ozeane um maximal ein paar Meter ansteigen lässt, ist es bei Wasp-103b der von ihm umkreiste Stern, der via Schwerkraft den Planeten konstant verformt. Wasp-103b ist dem Stern rund fünfzig Mal näher als die Erde der Sonne. «Wegen seiner grossen Nähe zu seinem Stern hatten wir bereits vermutet, dass auf dem Planeten sehr grosse Gezeiten verursacht werden», sagt Studienmitautor Yann Alibert, Professor für Astrophysik an der Universität Bern, laut Medienmitteilung. «Nachweisen konnten wir das bisher jedoch nicht.»

Für die Beobachtungen hat das Forschungsteam sogenannte Transits gemessen, bei denen der Planet vor dem Stern vorbeizieht und diesen ein klein wenig abdunkelt. Aus der Verformung können sie nun Schlüsse auf die Anteile an Gestein, Gas oder Wasser auf dem Planeten ziehen.

Aktuelle Nachrichten