Arbeitsplatz
CH-Media-Umfrage zeigt: Bei der Mehrheit der grössten Schweizer Firmen müssen Schreibtische bald geteilt werden

Schweizer Unternehmen gestalten ihre Büros um. Die meisten setzen neuerdings auf Desksharing.

Raffael Schuppisser
Merken
Drucken
Teilen
Den festen Arbeitsplatz wird es in Zukunft nicht mehr überall geben.

Den festen Arbeitsplatz wird es in Zukunft nicht mehr überall geben.

Bild: Keystone

Wenn die Empfehlung zum Homeoffice des Bundes aufgehoben wird und die Angestellten in die Büros zurückkehren, werden viele keinen persönlichen Arbeitsplatz mehr vorfinden. Die «Schweiz am Wochenende» hat bei 20 der grössten Schweizer Unternehmen mit Tausenden Büroangestellten nachgefragt. 16 haben an der Umfrage teilgenommen; 12 von ihnen werden künftig auf Desksharing setzen. Pro hundert Mitarbeiter werden nur noch zwischen 75 und 85 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.

ja
nein
Firma Desksharing Anzahl Arbeitsplätze/ 100 Mitarbeiter Büroumbau geplant
Coop nein nein
Credit Suisse ja nein
Groupe Mutuel ja 75% ja
CSS ja 77% ja
Migros nein nein
Mobiliar ja 80 nein
Novartis ja ja
Partners Group nein nein
Post ja ja
Roche ja nein
SBB ja nein
Swisscom ja 85 ja
Swisslife nein nein
Swiss Re ja nein
UBS ja nein
Zurich ja 80 nein

Die Coronapandemie hat gezeigt, dass ein Grossteil der Arbeit von zu Hause aus erledigt werden kann. Mehrere Studien haben ergeben, dass über 80 Prozent der Büroangestellten auch in Zukunft mindestens teilweise im Homeoffice arbeiten möchten. Um leer stehende Pulte in den Büros zu vermeiden, gestalten viele Firmen ihre Räumlichkeiten um.

So schreiben etwa die Schweizerischen Bundesbahnen:

«Um die Auslastung der Arbeitsplätze zu optimieren und Platz für zusätzliche Begegnungszonen, Rückzugs- und Besprechungsräume zu ermöglichen, hat die SBB in geeigneten Bürogebäuden Desksharing eingeführt.»

Ähnlich klingt es bei der Swisscom: «Es stehen unseren Mitarbeitenden neben Arbeitsplätzen im Desksharing Begegnungs-, aber auch Rückzugzonen wie etwa Working-Coffees oder Silent Offices zur Verfügung.» Ein Umbruch herrscht derzeit bei der Groupe Mutuel. Die grosse Mehrheit der 2700 Mitarbeitenden verfügt derzeit zwar noch über einen festen Arbeitsplatz, in einem Pilotprojekt wird nun aber das Desksharing-Modell erprobt. Künftig, so schätzt der Versicherer, können damit 20 bis 30 Prozent der Arbeitsplätze eingespart werden.

Eines der wenigen Unternehmen, das komplett auf feste Arbeitsplätze setzt, ist die Vermögensverwaltungsgesellschaft Partners Group. «Alle unsere Angestellten arbeiten an festen Arbeitsplätzen», schreibt das Unternehmen mit rund 1500 Mitarbeitenden. Ob auch in Zukunft Homeoffice möglich sein wird, hat das Unternehmen noch nicht bestimmt.

Die meisten der angefragten Firmen eruieren derzeit, ob das neue Büro­konzept einen Umbau der Räumlichkeiten erfordert. Einige haben ihn bereits geplant. Die Versicherungs­gesellschaft CSS etwa will «bauliche und infrastrukturelle Anpassungen» vornehmen, um eine flexible und mobi­le Arbeitswelt zu schaffen. Novartis hat bereits vor der Pandemie entsprechende Projekte eingeleitet, will nun aber die Erfahrungen der letzten 15 Monate in die Änderungen einfliessen lassen.