Tatort-Kolumne
Im dritten Fall des neuen Saarbrücker Teams setzt sich das Vater-Sohn-Drama thrillergleich fort

Eine Einbruchserie und ein Kommissar, der gestraft ist mit einem psychopathischen Vater. Im «Tatort» Saarland bleibt es spannend.

Susanne Holz
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«Tatort» aus Saarbrücken: «Das Herz der Schlange».

«Tatort» aus Saarbrücken: «Das Herz der Schlange».

Bild: Das Erste

Der «Tatort» Saarbrücken in seiner aktuellen Viererbesetzung ist noch jung – erst zum dritten Mal spielen Daniel Strässer, Vladimir Burlakov, Brigitte Urhausen und Ines Marie Westernströer zusammen als Ermittlerteam auf. Und mit gerade mal 32 Jahren gehört dieses Mal auch die Regisseurin, Luzie Loose, nicht gerade zum alten Eisen.

Was die neuen Folgen aus dem Saarland aber besonders macht, ist der Typus Mensch, den die vier Ermittler verkörpern. Ihnen allen haftet etwas ziemlich Feinnerviges an – und das ist überraschend, weil eher ungewohnt von «Tatort»-Kommissaren.

Man schaut diesem Team gerne zu – es macht neugierig. Die horizontal erzählte Vater-Sohn-Geschichte setzt sich in «Das Herz der Schlange» zudem fort. Roland Schürk, grundböser Vater von Kommissar Adam Schürk, gelingt es – unter Einsatz von Froschgift und allgemeiner Perfidität – seinen Suizid als Mord zu tarnen. Mit dem eigenen Sohn als Mörder.

Das Drehbuch von Hendrik Hölzemann erlaubt sich so einige Fantastereien, als Zuschauer googelt man alsbald die afrikanische Kapkobra oder den Pfeilgiftfrosch. Diese tödlichen Tierchen sitzen zusammen im Terrarium des Psychopathen Roland Schürk. Dass dessen Bösartigkeit nicht zur Farce verkommt, liegt vor allem am genialen Darsteller Torsten Michaelis.

Doch Genialität hin oder her. Zuletzt ist man froh, dass es heisst: Der König ist tot. Man ist gespannt, wie sich die weiteren Folgen gestalten – bleibt dieser König tatsächlich tot? Die Dynamik zwischen den zwei Ermittlerinnen und Ermittlern, alles Charakterköpfe, bleibt wohl das grosse neue Potenzial in Saarbrücken.

«Tatort» aus Saarbrücken: «Das Herz der Schlange». Sonntag, 23. Januar 2022, 20.05 Uhr, SRF 1. Wir geben vier von fünf Sternen.

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