Pop
«Pedestrians»: Diese Bandmitglieder sind Fussgänger im Galopp

Die Badener Band Pedestrians brachte gestern ihr neues Album auf den Markt: komprimierte Tourbus-Raffinessen und kondensierte Gefühle aus der Fischfabrik.

Daria Frick
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Die Tour der Pedestrians hinterliess nicht nur Sand im Schuhwerk, sondern förderte auch die Kreativität in der Musik. HO

Die Tour der Pedestrians hinterliess nicht nur Sand im Schuhwerk, sondern förderte auch die Kreativität in der Musik. HO

«What’s the Difference?» heisst die neue Platte der Pedestrians. Ein Hinweis auf die vielen Unterschiede zwischen den einzelnen Songs, aber auch zu den zwei letzten Alben – und ein Aufruf an die Hörer, sich mit ihrer Musik auseinanderzusetzen. Die neue Platte ist seit gestern in den Regalen der Schweizer Musikläden zu finden. «Die eigene CD im Ex Libris, das ist schon ein Traum, der wahr geworden ist!», sagt Loic Bawidamann von den Pedestrians.

Hinter dem grossen Traum steht aber auch ein Haufen Arbeit. Die fünf Freunde aus Baden haben sich für dieses Album viel Zeit genommen. Vorproduziert haben sie es mit dem Musiker Pablo Nouvelle in London. Danach ging es mit den unfertigen Songs auf Tour, mit dem VW-Bus der Eltern, in dem Gepäck und Instrumente in bewährter Tetris-Technik bis an die Decke gestapelt wurden. Dann, am Ende ihrer Tour, rollten die Fussgänger mit dem Auto zurück nach London, wo sie «What’s The Difference?» zusammen mit der englischen Ska-Band «Will and the People» fertig produzierten. In deren Studio, inmitten einer Fischfabrik. «Das war lustig. Aber auch intensiv. Weil es das dritte Album war, wussten wir schon, worauf wir bei den Aufnahmen achten müssen und wie man am besten vorgeht», meint Bawidamann.

Die Zusammenarbeit mit anderen Musikern sei wichtig, sagen die Badener. «Wir sind uns oft uneinig, dann braucht es jemand Aussenstehendes, der Argumente und Inputs liefert», sagt Raphael Erhardt, der Saxofonist der Truppe. Gut ist eine Zusammenarbeit auch für frische Ideen und konstruktive Kritik. Obschon dies laut den jungen Musikern nicht immer leicht falle.

Viel Zeit zahlt sich aus

Kreative Ideen und der Einfluss unterschiedlicher Geschmäcker – die Vielschichtigkeit ist die Essenz dieser Platte. Die Pedestrians nutzten die viele Zeit, die ihnen zur Verfügung stand. Sie gingen geordneter vor. Professioneller. Auch das spürt man auf «What’s the Difference». Loic Bawidamann und Raphael Erhardt sind sich in diesem Fall einig: «Das ist das, was diese EP auszeichnet. Sie ist ausgefeilter und kreativer. Wir hatten Zeit.» Sie hätten an den Backing Vocals gefeilt und unterschiedliche Nuancen in die Musik eingearbeitet, fügt Bawidamann an. Sie konnten ausprobieren und sich kreativ ausleben. Ihrem Stil jedoch bleiben sie auch auf dieser Platte treu: Eine spannende Mischung aus Reggae-Klängen, Jazz-Harmonien und Pop-Einlagen. Ein weiterer Unterschied zu den letzten EPs sind die Gefühle. Die Emotionen in der Stimme des Sängers Mike Bill, aber auch in der Musik sind wichtiger geworden. Die Tour im Sommer hat ihre Spuren hinterlassen. Denn die Gefühle, welche die Jungs von der Tour ins Studio mitnahmen, waren Mut, Kreativität und Lockerheit. So klingt auch die Platte.

Nun hoffen die Fussgänger, dass sie fürs nächste Album die Qualität halten können. Die Erwartungen zumindest sind gross, haben die Musiker doch drei EPs in drei Jahren herausgegeben und ungefähr hundert Konzerte gespielt. «35 Konzerte waren es allein auf der Tour», sagt Raphael Erhardt. Das sei auch anstrengend. Deshalb finden die jungen Musiker im Uni-Alltag ihren Ausgleich. Es wäre schön, irgendwann von der Musik leben zu können, fügen sie an, aber sie würden die Abwechslung gerade sehr schätzen.

Im Winter werden wieder einige Konzerte gespielt, das wichtigste davon findet in Baden statt – im Nordportal. Dort feiern die Pedestrians am 14. Januar die Release-Show von ihrem neuen Album «What’s the Difference?»

The Pedestrians What’s the Difference? (Gadget)

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