Tatort-Kolumne
Die Jubiläumsfolge aus Münster ist: nur noch blöd

20 Jahre «Tatort» Münster sind leider kein Garant für eine witzige Folge. «Propheteus» wirkt wie der verkrampfte Versuch, etwas Besonderes zu sein - und endet in mühsamer Langeweile.

Susanne Holz
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Jan Josef Liefers als Prof. Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl als Frank Thiel.

Jan Josef Liefers als Prof. Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl als Frank Thiel.

Bild: Das Erste

Vor zwei Wochen setzte man an dieser Stelle den Titel «Nur noch dunkel», um dem traurigen Filmtod von Anna Schudt als Dortmunder «Tatort»-Kommissarin Martina Bönisch gerecht zu werden. Heute fällt einem für die kommende «Tatort»-Folge aus Münster leider keine andere Beschreibung ein als diese: nur noch blöd. Und eigentlich sollte noch Fasnacht sein, während man diese Jubiläumsfolge (20 Jahre «Tatort» Münster) namens «Propheteus» mit Boerne (Jan Josef Liefers) und Thiel (Axel Prahl) schaut, denn dieser Krimi lässt sich nur angetrunken ertragen. Und ob nun beschwipst oder nüchtern, die Gefahr, dabei einzunicken, ist gross. Die Gefahr, der Handlung nicht folgen zu können, ist noch grösser – man hegt hier den starken Verdacht, dass Drehbuchautorin Astrid Ströher selbst nicht ganz nüchtern oder auf irgendeine andere Art und Weise abgelenkt war, als diese irre Story entstand.

Kreuz und quer überladenen

Wobei sich eine richtige Story hier auch in 90 Minuten nicht herauskristallisiert. Im Ansatz geht es um einen kaufsüchtigen Herrn mit dem Namen Magnus Rosponi, der in seiner Wohnung erschlagen aufgefunden wird. Magnus Rosponi hatte eine Reihe Bowlingfreunde und war ein Jugendschwarm von Boernes Assistentin Silke Haller (ChrisTine Urspruch). Borne fischt zudem einen Chip aus der Haut des Toten.

Die weiteren Zutaten des kreuz und quer überladenen Krimis sind ein Selbstmordattentäter, eine Geiselnahme, ein Prophet, der die Angst vor Ausserirdischen schürt und ein Bananen fressender Hund. Zwei skurrile Damen oder Herren, man weiss es nicht so genau, aber hallo Diversity, vom Verfassungsschutz treiben auch noch ihr Unwesen. Das Schlimmste an dieser Folge aber ist: Sie ist so gar nicht witzig.

«Tatort» aus Münster: «Propheteus». Sonntag, 6. Februar 2022, SRF 1, 20.05 Uhr. Wir geben zwei von fünf Sternen.