Todesfall
Mit 70 Jahren: Woodstock-Held Joe Cocker stirbt an Lungenkrebs

Schock für Fans von Joe Cocker: Der charismatische Sänger und Woodstock-Veteran stirbt mit 70 Jahren an Lungenkrebs.

Drucken
Teilen
Joe Cocker wurde 70 Jahre alt
6 Bilder
Joe Cocker im Alter von 70 Jahren gestorben
1969 am legendären Woodstock-Festival
Cocker trat häufig in der Schweiz auf: Hier am Snowpen Air auf der Kleinen Scheidegg
Im vergangenen Jahr spielte er noch am Jazzfestival Montreux
Der Sänger in der letzten Benissimo-Sendung

Joe Cocker wurde 70 Jahre alt

Keystone

Joe Cocker - Seine grössten Hits

"With A Little Help From My Friends"

"Delta Lady"

"Cry Me A River"

"You Are So Beautiful"

"I'm So Glad, I'm Standing Here Today" (mit The Crusaders)

"When The Night Comes"

"N'Oubliez jamais"

"Unchain My Heart"

"Up Where We Belong" (mit Jennifer Warnes)

"You Can Leave Your Hat On"

Er war ein ganz grosser der Musik-Szene und einer der letzten Woodstock-Veteranen: Joe Cocker ist im Alter von 70 Jahren in der Nacht auf Montag verstorben. Dies bestätigte sein Agent Barrie Marshall mit.

Die Zeitung "Yorkshire Post" berichtete, die Musiklegende sei dem Kampf gegen Lungenkrebs im US-Bundesstaat Colorado erlegen. Cocker, der in Colorado mit seiner Frau auf einer abgelegenen Ranch lebte, stammte aus Sheffield in der britischen Grafschaft South Yorkshire. "Er war ohne Zweifel die grösste Rock- und Soulstimme, die Grossbritannien je hervorbrachte", schrieb sein Agent.

Der am 20. Mai 1944 in Sheffield in der britischen Grafschaft Yorkhire geborene Joe Cocker war bekannt für seine einzigartige, kratzbürstige Stimme und seine rudernden Armbewegungen. Mit 25 Jahren trat er am legendären Woodstock-Festival 1969 auf (siehe Video). Mit seiner Cover-Version des Beatles-Klassikers «With a little Help from my Friends» landete er einen Nummer-1-Hit in den britischen Charts. Erst vor kurzem hatte die Musiklegende ein neues Album für das kommende Jahr angekündigt.

Während der Siebzigerjahre versank Joe Cocker zunehmend im Alkohol- und Drogensumpf und sein musikalisches Schaffen kam praktisch vollständig zum Erliegen. "Drogen gab es überall und ich stürzte mich darauf. Und wenn du erst mal in dieser Abwärtsspirale bist, dann ist es schwierig, da wieder rauszukommen. Ich brauchte Jahre, das zu schaffen", sagte er einst.

Erst seine Frau Pam Baker habe ihm geholfen, sein Leben zu ändern. "Sie machte mir klar, dass die Leute mich immer noch singen hören wollten", so Cocker.

Ab der 1981 beginnenden Kooperation mit der Band «Crusaders» ging es wieder bergauf. In den folgenden Jahren landete Cocker mehrere grosse Hits wie das bekannte Lied «N'oubliez jamais» oder «Unchain my Heart» oder das Duett «Up Where We Belong» mit Jennifer Warnes, für das er 1983 einen Grammy Award bekam.

Cocker-Agent Barrie Marshall sagte in einem ersten Statement, Cocker «war einfach einzigartig» und es sei «unmöglich, den Platz aufzufüllen, den er in unseren Herzen hinterlässt». (rhe/sda)

Die Bestätigung von Joe Cockers Agent

Auch zahleiche Musikerkollegen zeigten sich über den Tod von Joe Cocker bestürzt: "Ruhe in Frieden, mein guter Freund", schrieb der kanadische Musiker Bryan Adams am Montag beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Du warst einer der besten Rocksänger aller Zeiten."

Ex-Beatle Ringo Starr trauerte ebenfalls. "Goodbye und Gottes Segen für Joe Cocker von einem seiner Freunde. Friede und Liebe", schrieb er bei Twitter.

Starrs Ex-Kollege Paul McCartney betonte in einer Mitteilung dem Sender iTV zufolge: "Er war ein toller Kerl, ein grossartiger Kerl, der der Welt so viel gebracht hat, und wir werden ihn alle vermissen."

So häufig war Joe Cocker in der Schweiz

Der Rockmusiker Joe Cocker beglückte während seiner Karriere auch mehrmals seine Schweizer Fans mit Live-Auftritten. Eines der letzten Schweizer Konzerte gab der Woodstock-Veterane im August 2013 als Höhepunkt des Summerdays-Festival in Arbon am Ufer des Bodensees.

Im April 2013 war der Musiker mit der tiefen Stimme ("Unchain My Heart", "You Can Leave Your Hat On") an der 47. Ausgabe des Montreux Jazz Festival aufgetreten, der ersten Ausgabe unter dem neuen Festivaldirektor Mathieu Jaton. Er war dort neben anderen Headlinern wie Prince, Sting oder Leonard Cohen zu sehen und zu hören.

2012 war der britische Starsänger Gast in der letzten Ausgabe der von Beni Thurnheer moderierten TV-Sendung "Benissimo", wo er zusammen mit Amy MacDonald und Robbie Williams auftrat.

Nur ein Jahr zuvor hatte Cocker in Zürich grosses Wetterpech: An seinem ausverkauften Konzert am Live at Sunset musste er sämtliche alten Hits und neuen Songs bei Dauerregen spielen.

Einige Schweizer Musikfestivals besuchte er im Verlauf seiner Karriere mehr als einmal, so etwa das Paleo Festival in Nyon oder das Moon and Stars in Locarno.

Aktuelle Nachrichten