Kultur

Gurten bleibt Gurten - auch in der neuen Ära

Heimspiel von Büne Huber mit Patent Ochsner auf dem Gurten. key

Heimspiel von Büne Huber mit Patent Ochsner auf dem Gurten. key

Das Berner Festival ist etwas jünger und überraschender geworden. Für die magischen Momente sorgen aber immer noch die Lokalhelden.

Eine kleine Revolution hat sich vor einem Jahr auf dem Gurten zugetragen. Mr. Gurten, der langjährige Chef Philippe «Phibe» Cornu wurde abgesetzt und durch Simon Haldemann ersetzt. Das Trio Christoph Haller, Lena Fischer und Andrej Malogajski waren in diesem Jahr erstmals für das Booking verantwortlich. Doch so viel anders war es auf dem Gurten im Jahr 1 nach dem Wechsel auch wieder nicht. Wie eh und je haben die Berner Lokal-Matadoren für die magischen Gurten-Momente gesorgt. Diesmal waren es Patent Ochsner und Lo & Leduc.

Die neue Ära war noch am ehesten auf den Nebenbühnen zu spüren, wo das Programm etwas jünger und etwas überraschender war. Insgesamt 76 000 Leute kamen vom Mittwoch bis Samstag auf den Gurten. 1000 weniger als im letzten Jahr. Nur am Mittwoch war der Abend mit 16 000 nicht ausverkauft. Donnerstag bis Samstag waren es jeweils 20 000 Zuschauer.

Zugenommen hat jedoch die Anzahl an neuen Personen auf dem Gurten, sprich es gab mehr Wechsel. Waren es 2018 noch 42 000 sogenannte Unique-User, waren es dieses Jahr 52 000. Das sei ein strategischer Entscheid der Festivalleitung, so Haldemann. Die Kontingentierung und Ticket-Kombis wurden entsprechend angepasst. Grund: «Das ist attraktiver für die Sponsoren.»

Laut Haldemann muss sich ein Festival in der Schweiz immer wieder beweisen. Schliesslich sei die Schweiz mit rund 850 Festivals im Jahr das Land mit der grössten Festivaldichte in Europa. «Da kann man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen», sagte der Festivalchef. Die Veranstalter des Gurtenfestivals wollen ihr Konzept deshalb alle drei Jahre grundsätzlich neu überdenken. Der nächste Termin dafür ist 2021 vorgesehen.

Verspätungen gab es bei Ms. Lauryn Hill, die 20 Minuten zu spät startete. Die ehemalige Fugees-Sängerin ist bekannt für ihre Unpünktlichkeit. Übertroffen wurde sie nur noch von der spanischen Sängerin Rosalía, die weit über eine Stunde auf sich warten liess. Problemlos verlief das Cashless-System, das vor einem Jahr eingeführt wurde. Gleichzeitig wurde auch die Festivalfläche fast verdoppelt. Die Geländeveränderungen seien aber erst jetzt richtig entdeckt worden, sagte Haldemann. (sda)

Autor

Stefan Künzli

Stefan Künzli

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