Jazz
Legende Chris Barber im Alter von 90 Jahren gestorben

Der Posaunist war in den 50er-Jahren so bekannt wie in den 60ern die Beatles. Dazu verhalf er dem Blues zum Durchbruch.

Stefan Künzli
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Jazz-Posaunist Chris Barber hat die Welthits «Ice Cream» und «Petite Fleur» komponiert.

Jazz-Posaunist Chris Barber hat die Welthits «Ice Cream» und «Petite Fleur» komponiert.

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Der legendäre britische Jazzmusiker und Posaunist Chris Barber, der mit «Ice Cream» und «Petite Fleur» populäre Welthits landete, ist im Alter von 90 Jahren nach einer Demenz-Erkrankung gestorben.

Der am 17. April 1930 bei London geborene Barber spielte sich in den 1950er Jahren in die Herzen der Jazz-Fans und war in den 50ern in seiner Heimat so bekannt wie die Beatles in den 60ern. Er war ein Vertreter des sogenannten «Traditional Jazz», einer bluesbetonten Musik, die sich auf die Anfänge des Jazz in New Orleans bezog. Barber hat dazu die Entwicklung eines eigenständigen britischen Jazz befördert und war massgeblich für die Popularität dieser Stilrichtung in Grossbritannien und auf dem europäischen Kontinent verantwortlich.

Hat den Marquee Club gegründet

Der Pate des britischen Jazz stellte aber auch die Weichen für die Blues- und Rock-Explosion. Er brachte viele afroamerikanische Gospel- und Blues-Legenden nach Grossbritannien und verhalf damit der Elektro-Gitarre zum Einzug in die britische Rhythm-and-Blues-Szene. 1958 gründete er den legendären Londoner Marquee Club, in dem später die Rolling Stones ihren ersten Auftritt hatten. Barber stand noch bis ins hohe Alter auf der Bühne und trat mit seiner Band regelmässig auch in der Schweiz auf.

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