Film/TV

Deutlicher Rückgang bei den Kinoeintritten schon vor der Schliessung der Säle im Tessin

Kinobesucher suchen ihre Plätze. Nur: Wohin sich setzen, wenn das Coronavirus grassiert (Symbolbild)?

Kinobesucher suchen ihre Plätze. Nur: Wohin sich setzen, wenn das Coronavirus grassiert (Symbolbild)?

Filmfestivals abgesagt, der Schweizer Filmpreis wird verschoben und nun schliesst das Tessin die Kinos: Das Coronavirus wirkt sich immer deutlicher auf die Filmbranche aus. Was die Betreiber gegen das Ausbleiben der Zuschauer unternehmen und welche Sorgen die Filmverleiher plagen.

Gestern rief das Tessin den Notstand aus und schloss neben anderen Freizeitangeboten auch die Kinos. Schon vor diesem Entscheid verzeichneten die Kinobetreiber in der Deutschschweiz einen deutlichen Rückgang bei den Eintritten. Spätestens jetzt wird allen klar, der Tessiner Entscheid und die zunehmende Zahl an Corona-Infektionen lassen die Lust der Menschen auf einen Kinobesuch weiter schwinden.

Und doch beteuert die Kinobranche schon fast trotzig, das Ansteckungsrisiko im Kinosaal sei viel kleiner als in einem Club, in dem man Schulter an Schulter tanze. Wie aber wollen die Kinos das Ansteckungsrisiko tief halten? Eine Umfrage bei kleineren und grossen Kinoketten in der Deutschschweiz ergibt dieses Bild: Man setzt auf Hygiene und körperliche Distanz, ganz gemäss den Tipps des Bunds. Die Kassenangestellten würden die «Gäste nach Möglichkeit mit Abstand zueinander platzieren», schreibt etwa die Neugass Kino AG. Die Kette, die unter anderen das Bourbaki in Luzern führt, stellt bei ihren Besuchern durchaus auch eigenverantwortliches Handeln fest. Anhand der Online-Käufe sei jedenfalls zu sehen, dass die Leute Lücken zwischen den gebuchten Sesseln liessen.

Die grosse Deutschschweizer Kitag weist extra darauf hin, dass sich Besucher trotz Platznummerierung «frei innerhalb der gewählten Kategorie» setzen dürfen.

Kleine Filmverleiher sorgen sich um Erfolg ihrer Filme

Noch lassen sich zumindest die Deutschschweizer etwas Kultur nicht nehmen. Niemand aber weiss, wie sich das Corona-Virus in ein paar Tagen oder Wochen auf die Kinoeintritte auswirkt. Sorgen plagen deshalb die Filmverleiher. Im Gegensatz zu grossen Filmen wie Bond, der wegen Corona weltweit auf den Herbst verschoben wurde, gibt es für die Kleineren kaum Handlungsspielraum.

Bereits mussten Filmfestivals abgesagt werden. Gestern meldete nun der Bund die Verschiebung des Schweizer Filmpreises von Ende März. Die Sieger werden dann zwar bekannt gegeben, die Feier steigt aber erst am Locarno Filmfestival im August.

Meistgesehen

Artboard 1