Fussball-Hymnen
Dies sind die offizellen Songs der Euro 2016

Praktisch jedes teilnehmende Land hat eines – einen eigenen EM-Songs. Die «Nordwestschweiz» stellt ihnen fünf von ihnen vor. Vom Aufreger bis zum Massentauglichen.

Benno Tuchschmid
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Sänger Gustav singt den offiziellen EM-Song der Schweiz

Sänger Gustav singt den offiziellen EM-Song der Schweiz

gustav.ch/zvg

Der Echteste: Wales rockt das Haus

Man hört es beim ersten Ton: Dieser Song ist anders. The Manic Street Preachers sind keine Formation, die aus Marketinggründen einen im Pop-Labor entstandenes Produkt runterspulen. Die erfolgreiche walisische Rock-Gruppe hat einen leidenschaftlichen, unverfälschten Rock-Song komponiert, dem man die Freude über die erste Euro-Teilnahme von Wales an einer Europameisterschaft anhört. Nicky Wire von der Band sagt: «Wir wollten in erster Linie einen tollen Manics-Song schreiben und ich denke, das ist uns gelungen». Ja, ist er.

Der Aufreger: Frankreich schreit auf ...

Den Preis für die uninspirierteste Euro-Hymne geht ausgerechnet an den Gastgeber Frankreich. Die Band namens Skip The Use covert den berühmten Kiss-Song «I was made for lovin you». Und das auch noch schlecht. In Frankreich sorgte aber weniger die Qualität der Interpretation, sondern die Wahl der Sprache für Ärger. Der Song ist en anglais. Quoi?! Ein Aufschrei ging durch die Grande Nation. André Vallini, Minister für Frankofonie, sagt: «Es ist unbegreiflich, dass die Hymne für das französische Nationalteam in Englisch ist!»

Der Massentaugliche: ... und Frankreich verkauft

David Guetta ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner des globalisierten Musikgeschmacks. Über 70 Millionen Tonträger hat der Franzose verkauft. Also ist es folgerichtig, dass Guetta die offizielle Hymne der Euro 2016 arrangiert. Das Resultat ist überraschungsfrei: Eine schöne Frauenstimme singt über weichgespülten Gefälligkeits-House und fürs Fussball-Feeling werden noch ein paar Fan-Stimmen reingemischt. Fertig. Erfolg scheint garantiert: Die Radios werden den Song spielen. Konsumenten werden ihn kaufen. Und niemand wird sich nach der Euro mehr an ihn erinnern.

Der Passable: Die Schweiz macht auf sicher

«Tous ensemble» heisst der offizielle Euro-Song der Schweiz, oder genauer gesagt: des SRF. Gustav ist neben Bo Katzman der wohl bekannteste Chor-Leiter der Schweiz. Und er löst die unmögliche Aufgabe, eine Euro-Hymne zu kreieren, passabel. Der Song wird zwar niemals von den Fans in den Stadien gesungen werden, aber als Untermalung einer schönen Tor-Zusammenfassung wird es funktionieren. Gegen die Baschi-Hymne «Bring en hei» hat es so oder so jeder Nachfolger schwer.

Die Unterschiedlichen: Deutschland ist sich nicht einig

In Deutschland konkurrieren traditionell die ARD und das ZDF mit je einem Song um die Gunst der Fans. Das Zweite schickt dieses Jahr den DeutschR-’n’-B-Sänger Mark Forster ins Rennen. «Wir sind gross» verzichtet auf Fussball-Anbiederung, sowohl textlich wie akustisch. Das ist erfrischend. Aber «Wir sind gross» ist halt eben auch kein wirklicher Euro-Song. Felix Jaehn & Herbert Grönemeyer (ARD) wählten das gegenteilige Rezept. In «Jeder für jeden» quillt der Wille, eine Euro-Hymne zu singen, aus jedem Takt. Gelungen ist es trotzdem nicht.

Und dieser EM-Song ist der Tipp unserer Redaktion:

Page: EM-Tippspiel 2016

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