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Die Schweizer Regisseurin Ursula Meier ist neu Mitglied der Oscar-Academy

Mehr Minderheiten und Frauen sollen bei der Oscarverleihung abstimmen dürfen: darunter auch die Schweizer Regisseurin Ursula Meier.

Lory Roebuck
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RegisseurinUrsula Meier. Key

RegisseurinUrsula Meier. Key

KEYSTONE

Der Aufschrei war immens: Bei der Oscarverleihung im März waren unter den zwanzig nominierten Schauspielern und Schauspielerinnen ausschliesslich Weisse. Bereits 2015 war keine einzige schwarze, asiatische oder gemischtrassige Person nominiert gewesen.

Der Skandal ging unter dem Hashtag #OscarsSoWhite in die Filmgeschichte ein, die Academy kam massiv unter Beschuss. Ihre über 6000 Mitglieder – ein Grossteil von ihnen weisse, ältere Herren aus der US-Filmbranche – wählen jedes Jahr nicht nur die Nominierten und die Gewinner bei den Oscars, sondern auch neue Academy-Mitglieder. Meist Weisse, die dann wieder Weisse wählen. Ein Kreislauf, bei dem auch weibliche Filmschaffende wiederholt den Kürzeren zogen.

Die schwarze Academy-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs reagierte auf die öffentliche Kritik mit einem Versprechen: Sie werde die Mitgliederbasis der Academy erweitern und dabei mehr ethnische Vielfalt forcieren sowie die Frauenquote erhöhen.

Davon profitiert jetzt auch eine Schweizerin: Ursula Meier, fünffache Gewinnerin des Schweizer Filmpreises und Erfolgsregisseurin von Filmen wie «Home» (2008) und
«Sister» (2012), wurde diese Woche in die Academy aufgenommen. Schon ab der nächsten Oscarverleihung im März 2017 darf sie mitwählen.

Meier ist insgesamt das 16. Schweizer Mitglied in der Academy (siehe Kasten rechts) und nach der Aargauerin Talkhon Hamzavi (Oscarnominierung 2015 für «Parvaneh») erst die zweite Frau. Ihr bislang grösster Erfolg war der silberne Bär der Berlinale für «Sister», der wie zuvor «Home» für die Schweiz als bester ausländischer Film ins Oscar-Rennen geschickt wurde.

Ursula Meier wurde neben 682 anderen Neumitgliedern in die Academy gewählt — unter ihnen die beiden aktuellen Oscargewinnerinnen Brie Larson und Alicia Vikander sowie nichtweisse Darsteller wie Idris Elba, John Boyega und Oscar Isaac.

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