Kommentar

Der Bundesrat will, dass Netflix den Schweizer Film fördert – das ist richtig

Gibt es bald mehr Schweiz auf Netflix?

Gibt es bald mehr Schweiz auf Netflix?

Wenn Streaming-Anbieter wie Netflix Schweizer Serien drehen, kurbelt das den Wettbewerb an. Das käme dem Publikum zu Gute. Doch auch die Anbieter selber könnten davon profitieren.

Ja, es gibt gute Schweizer Filme. «Platzspitzbaby» geht nahe, «Die Herbstzeitlosen» ist charmant-witzig und «Home» genial-absurd. Doch kaum jemand würde bestreiten, dass der Schweizer Film noch Luft nach oben hat. Mit einer neuen Quote will der Bundesrat die Filmförderung ausbauen.

In Zukunft sollen Streaming-Anbieter wie Netflix oder Amazon vier Prozent ihres in der Schweiz erwirtschafteten Umsatzes in die hiesige Filmbranche investieren. Dieselbe Regel gilt heute bereits für Schweizer TV-Sender.

Allein Netflix hat in der Schweiz weit über eine Million Nutzer. Ein Abonnement kostet zwischen zwölf und 22 Franken. Der US-Riese wird somit in der Schweiz nicht nur zum Konkurrenten von TV-Sendern, sondern verdient auch gutes Geld. Dass sich Streaming-Anbieter auf gleiche Weise wie TV-Sender an der Filmförderung beteiligen, ist daher angebracht.

Für Netflix könnte sich die Investition sogar wirtschaftlich auszahlen. Denn es ist den Anbietern selber überlassen, ob sie die vier Prozent in den Fördertopf einzahlen oder ob sie diesen Betrag dafür nutzen, um Schweizer Inhalte einzukaufen oder selber zu produzieren.

Dass Netflix das Filmhandwerk beherrscht, hat der Konzern längst bewiesen. Warum nicht auch Schweizer Serien und Filme produzieren? Beim hiesigen Publikum könnte sich das auszahlen. Und dass auch Serien aus kleinen Ländern global erfolgreich sein können, beweisen etwa israelische Produktionen.

Mit Schweizer Inhalten würde Netflix das Schweizer Fernsehen als grössten Filmproduzenten herausfordern. Mehr Wettbewerb – auch wenn er staatlich verordnet ist – kommt letztlich dem Publikum zugut.

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