Theaterverein Tandem
Zwischen Hornochs und Habergeiss

Der Theaterverein Tandem steht für traditionelle Theaterkost: Man soll sich dabei köstlich unterhalten. Mit dem Bauernschwank «De Güggel-Chrieg» haben die Theaterleute für ihre Fans einen guten Griff getan. Premiere ist am Freitag, 4. September.

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Aargauer Zeitung

Peter Weingartner

Glücklich der Verein, der auf eine so grosse Helferschar zählen darf wie die Theatergruppe Tandem Reinach. «Zu den 16 Aktivmitgliedern kommen sage und schreibe 78 Helferinnen und Helfer», sagt Vereinspräsident Roger Soland stolz.

Tatsächlich braucht es eine Unmenge von Helfern für den Service, die passende Dekoration, einige Lösli-Chind sowie Bar-Besatzung: Vieles ist zu tun, bis ein Theaterabend mit allem Drum und Dran und dahintersteht. Helfer und Sponsoren tragen dazu bei, so Soland, dass man zum Preis eines Kinobilletts «live» Theater geniessen kann mit Spielenden aus der Region.

Glockenklang und Hahnenschrei

Astrid Sommerhalder (Regie) dirigiert die Probe von ganz oben über Lautsprecher, assistiert von Eugen Gautschi, der die Technik im Saalbau nach 45 Jahren beherrscht wie kein Zweiter. Sie muss nicht viel sagen. Obwohl man erst das zweite Mal auf der Saalbaubühne spielt - die früheren Proben fanden seit dem Frühjahr auf der Burg statt - läufts schon ganz ordentlich und nur selten sind noch Bemerkungen nötig.

Nächtliche Kirchenglocken und Hahnenkrähen lancieren die Geschichte. Ist das Tier falsch programmiert? Ist es geistesgestört infolge eines verkümmerten Liebeslebens, weil weit und breit keine (tierische) Henne auf ihn wartet? Weshalb sonst schreit er mitten in der Nacht?

Ein klassischer Streit zwischen Nachbarn, vorab zwischen den beiden Frauen des Hauses, entzündet sich am

De Güggel-Chrieg

Premiere ist am Freitag, 4. September, um 20 Uhr im Saalbau Reinach. Weitere Aufführungen am 5., 11. und 12. September.
Vorverkauf: Montag bis Donnerstag von 18 bis 19 Uhr unter 062 771 86 01.

Nicht nur die Nachbarn, Moosbruggers, haben einen «Ableger» (Sohn); auch der Polizist ist verdächtig häufig im Quartier. Und als der Tierpsychologe im Auftrag des Gerichts den Hahn untersuchen muss, überzeugt sein Lispeln noch die jüngste der drei Klopfertöchter.

Rässe Chiflerei und Schläge

Die Sprache ist derb. Hornochs, Habergeiss, Lackaff und ähnliche Liebenswürdigkeiten teilt man einander aus, und die ehe-interne Chiflerei bei Moosbruggers tut mindestens so weh wie die Schläge der Frau Klopfer - nomen est omen -, wenn sie ihre Töchter züchtigt. Greift sie erst zur Bratpfanne, ist die Gesundheit der Kiltgänger mehr in Gefahr als Kolumbus, auch wenn die Frau Moosbrugger umgehend Selbstjustiz angedroht hat.

Pointen folgen sich Schlag auf Schlag; erst die Schlusspointe im dritten Akt, geäussert vom Tierpsychologen, bringt just beim Lokaltermin mit der Bezirksrichterin eine Lösung, die alle - auch den Hahn - friedlich weiterleben lässt.

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