Künstlerhaus S11
«Wohnen» aus vielen Perspektiven

Ausstellung im Künstlerhaus S11 zeigt alles zum Thema – vom Putzen bis zu entlaufenen Katzen Im Künstlerhaus S11 an der Schmiedengasse 11 vermitteln neun Kunstschaffende mit ihren Arbeiten in verschiedenen Techniken Einblick in das weit gefasste Thema Wohnen.

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Künstlerhaus S11

Künstlerhaus S11

Solothurner Zeitung

Hans R. Fröhlich

Die Ausstellung geht davon aus, dass sich das Künstlerhaus als ein ehemaliges architektonisch im Urzustand belassenes Wohnhaus mitten in der Altstadt von Solothurn zum Thema «Wohnen» anbietet. Zusammen mit neun Kunstschaffenden aus der ganzen Schweiz und exotischen Abstechern wird das Thema von Anna Bürkli als Kuratorin mit spezifisch ausgewählten Arbeiten abgehandelt.

Betritt der Besucher die Galerie, wird er von 16 in Passepartout gerahmten Fotografien aus einer Ladenstrasse in Kairo empfangen. Karim Noureldim hat dort eine faszinierende Reihe von heruntergelassenen Rollläden mit verschiedenfarbenen Streifenmustern festgehalten. Mitten im Raum zeigt Susanne König ihre umgebaute Puppenstube mit einer 1-Kanal-Videoinstallation auf eine Rückprojektionsfolie. Darauf laufen Sequenzen von Möblierungen von Bad, Küche und Schlafzimmer ab.

Die Puppenstube steht als Modell und Schauplatz, worin Kinder erstmals mit dem Wohnen und ihrem persönlichen Ambiente experimentieren. Im 1. Stock gibt es Ausuferungen im Kinder- oder Wohnzimmer mit der totalen Unordnung: «Vorhof zur Hölle» 1994, eine über den Boden bis Deckenhöhe gehängte Fotoarbeit der Brüder Pius und Emanuel Tschumi.

Im 2. Stock zeigt Said Adrus anhand einer weiteren Videoarbeit das Dasein seiner Mutter im Rollstuhl, quasi in der Wohnung gefangen in einer virtuellen Teilnahme am Leben vor dem TV-Apparat. Einem Kunterbuntprogramm wird in zwei Einblendungen die Geschäftigkeit der Aussenwelt gegenübergestellt.

Performance-Arbeit zum Thema «Putzen»

Die kleine Abstellkammer ist Ort der Installation «abgestellt», noch nicht entsorgt, von Béatrice Gysin. Der Betrachter kann sich damit identifizieren, oder er entdeckt die feine Maserierung auf dem angelehnten Türblatt und gegenüber analog die feinstrukturierten Zeichnungen, Bleistift auf Flugzeugholz. Dazu eine Fotoarbeit, Inkjet auf Papier auf Alu. «Archaische Kannologie» heisst die Monotypienarbeit von Christoph Hauri. Zu sehen gibts eine Sammlung verschiedenster Gefässe - vom Boccalino bis zur türkischen Variante.

Im 3. Stock befindet sich die Performance-Arbeit von Sabine Zulauf zum Thema «Putzen». Putzen muss sein, kann im Sinne von «purgo ergo sum» zur Eigendefinition werden. Es wird jedoch auf den Spagat hingewiesen zwischen hausfraulichen Tätigkeiten und künstlerischem Schaffen. Dazu Arbeiten in Öl über Foto. Über das ganze Haus verteilt erstreckt sich eine originelle Installation von Jürg Curschellas.

Das Werk besteht aus gesammelten Inseraten über entlaufene Katzen. Curschellas fokussiert mit seiner Arbeit die Bedeutung der Haustiere für die Menschen und thematisiert damit auch die Illusion, Kontakt zu haben.

Die Ausstellung dauert bis 28. Juni. Öffnungszeiten: Do/Fr 15-19 Uhr, Sa 13-17 und So 14-17 Uhr.

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