Chor

Verschmelzung von Stilelementen

Boten ein erhabenes Konzerterlebnis: Der Chor Crescendo.

Verschmelzung von Stilelementen

Boten ein erhabenes Konzerterlebnis: Der Chor Crescendo.

Mit der Aufführung der «Toggenburgermesse» von Peter Roth stimmten der Chor Crescendo sowie ein Instrumentalensemble auf Ostern ein - ein Hochgenuss.

Olivier Andres

Der warme Klang zweier Klarinetten erfüllen das Kirchenschiff. Glockenrein setzt der Gesang der Sopranistin ein, die mit dem «Agnus Dei» eine zu Ostern passende feierliche Stimmung verbreitet. Nach wenigen Takten dann jedoch die Überraschung: noch vor dem Chor setzt ein Hackbrett ein. Gemeinsam mit dem Kontrabass verleiht es dem sakralen Gesang einen neuen Charakter: Aus dem eher melancholischen, klassisch anmutenden Kirchenlied wird eine durchaus lüpfige volkstümliche Melodie im Dreivierteltakt - jedoch ohne die Aura des Feierlichen zu verlassen.

Diese Verbindung von Stilelementen und Instrumenten der Ostschweizer Volksmusik mit biblischen Texten ist charakteristisch für die «Toggenburgermesse, Juchzed und Singed» von Peter Roth. Der Komponist und Chorleiter aus Unterwasser schuf dieses Werk 1991 als ökumenische Abendmahlsmusik für den Kirchenchor Alt St. Johann. Anlässlich des Karfreitagsgottesdienstes wurde diese besondere Einstimmung auf Ostern vom Chor Crescendo in der reformierten Kirche Wangen a/A aufgeführt.

Ein harmonisches Verschmelzen

Ähnlich wie die Toggenburger Volksmusik und die sakralen Texte in Roths Werk zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen, gelang es auch bei dessen Interpretation in Wangen a/A, aus mehreren Elementen eine Einheit herzustellen. So zeigten die von Hermann Gehrig geleiteten 25 Sängerinnen und Sänger aus der Region ein beachtliches Klangvolumen sowie eine auffallende Ausgeglichenheit der einzelnen Stimmen.

Auf ihrem Weg über die verschiedenen Stationen wie «Kyrie», «Credo» oder «Sanctus» wurde der Chor von
einem Instrumentalensemble begleitet. Orgel (Regula Schneeberger), Kontrabass (Hanspeter Adam) und Klarinetten (Eveline Eichenberger und Roland Liniger) bildeten den Boden für den feierlich-fröhlichen Gesang und sorgten aber auch selber hin und wieder für passende Akzente. Dabei konnten insbesondere die Klarinettisten die verschiedenen Facetten ihres Instrumentes zeigen: mal tönte es kammermusikartig warm, melancholisch, fast klagend; dann aber wieder fröhlich, ausgelassen und übermütig.

Fröhlichkeit und Gottvertrauen

Gemeinsam bildeten diese Protagonisten sozusagen den musikalischen Schoss, aus dem sich die Solisten sanft hervorhoben. Bei den Instrumentalisten war dies Hannes Boss. Erst sein Hackbrett brachte den Ostschweizer Charme in den Oberaargau, machte etwa das «Sanctus» zu einem fröhlichen Ländler und sorgte für Toggenburger Walzerklänge im Schlusschoral. Aus den Reihen der Sängerinnen und Sänger trat Janine Stauffiger als Solistin hervor.

Bei ihren kurzen, immer wieder in den Chorgesang eingebetteten Einsätzen bestach die junge Sopranistin aus Herzogenbuchsee mit klangvollem und reinem Gesang.
So sang die 24-Jährige die jubelnde Oberstimme, die bei der Interpretation des berühmten Psalms 23 gemeinsam mit dem Chor ein grosses Gottvertrauen ausstrahlte. Das zum Abendmahl gesungene Dankgebet «Du Gott bisch min Hirt, mir fählt a nüt ...» sorgte dabei für einen besinnlichen, ernsten Moment im von Pfarrer Andrea Fabretti gestalteten Gottesdienst.

Der Chor Crescendo wirkt vom 6. Juni bis
8. Juli bei der Aufführung der Operette Gräfin Mariza auf dem Burghof in Burgäschi mit.

Im Internet:

www.burgaeschi.ch

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