Birrfeld: Argovia-Fäscht
Samstagnacht auf dem Birrfeld

Am Argovia-Fäscht pulsiert das Leben.

Drucken
Das Argovia-Fäscht auf dem Birrfeld
4 Bilder
Das Argovia-Fäscht Glücklich, wer etwas Warmes hat.
Das Argovia-Fäscht Auf der Bühne ist so richtig was los, hier mit Seven.
Das Argovia-Fäscht Begeistert in der vordersten Reihe.

Das Argovia-Fäscht auf dem Birrfeld

Aargauer Zeitung

Peter Belart

Über dem Birrfeld stehen dunkelschwarze Wolken. Beinahe ringsum sieht man schon den Regen fallen, und Momente später öffnet der Himmel auch hier seine Schleusen, und zwar weit, sehr weit. Doch nicht nur der Regen strömt, auch die Menschen tun es. Erstaunlich! Viele nur mal mit einem Überwurf, manche auch ohne jeglichen Regenschutz streben sie dem Festgelände zu. Als könnte sie nichts von der Teilnahme am Fest des Jahres abhalten.

Wie hält der Untergrund das wohl aus? Trotz Holzschnitzelwegen sind wir hier ja auf einer Wiese. Aber abgesehen von einigen wenigen neuralgischen Orten hält der Boden, wenigstens im Moment.

Vor der Bühne herrscht ein enormes Gedränge. Umfallen kann hier niemand. Und die Stimmung ist grossartig; die Künstler schaffen es offenbar mühelos, die hauptsächlich jungen und sehr jungen Fans trotz dem Schmuddelwetter anzuheizen. Arme in die Luft! Den Takt mitwippen! «Gehts euch gut?» - «Jaaaaaaaa!» - «Gehts euch gut?» - «Jaaaaaaaa!» Welch merkwürdige Faszination!

Wieder ein kräftiger Regenguss. Die Scheinwerferstrahlen und die andern Lichter brechen sich auf eigentümliche Weise in der mit Feuchtigkeit erfüllten Luft und im künstlichen «Rauch», der auf der Bühne produziert wird. Farbenschwangere Wolken, kurzlebige Lichtspiele, bunte Blasen, Nordlichter mitten im Birrfeld.

Dann entsteht eine Pause, bis die nächste Gruppe ihren Auftritt beginnt. Die Festbesucher schlendern über das Gelände. Keine missmutigen Gesichter, kein Schimpfen, eigentlich vorbildlich. Die jungen Menschen nehmen die Nacht so, wie sie halt ist. Ändern lässt sich ja doch nichts. Ein Bierchen, ein Drink do Brasil, ein Hotdog, eine Frühlingsrolle und dann jede Menge Zeit für ein Spässchen, für Ausgelassenheit oder für einen kleinen Flirt. Einer haut den Lukas, sie lässt sich einen Hawaii-Blumenkranz umlegen, einen künstlichen natürlich, inmitten einer grünen Wolke versucht sich ein Karaoke-«Musiker», oben im VIP-Zelt werden Nüsschen genascht.

Es ist trotz den bunten Lämpchen ganz dunkel. Der Boden matscht jetzt doch ein wenig. Aber was solls - der nächste Act ist angesagt.

Aktuelle Nachrichten