Museum
Museumsplanung geht weiter

Hoch gingen die Wellen im vergangenen Herbst, als die Solothurner Regierung ihr Strategiepapier zur Reorganisation der Museumslandschaft präsentierte. Verschiedenste Interessengruppen gaben inzwischen ihre Meinungen dazu bekannt. Resultat: Die Regierung setzt den eingeschlagenen Kurs fort.

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Rüstung

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Solothurner Zeitung

Fränzi Rütti-Saner

«Die Stellungnahmen der Vernehmlassungen zum Strategiepapier «Solothurnische Museumspolitik» fielen differenziert und konstruktiv aus. Sie verleihen dem Projekt zusätzlichen Schwung», hiess es in einer Meldung der Regierung gestern. Auf den «Schwung» angesprochen meint André Schluchter, Leiter Kulturpflege des Kantons und Hauptverantwortlicher des Stratgiepapiers: «Haupterkenntnis aus der Vernehmlassung ist die Bereitschaft aller Beteiligten, einen Solothurnischem Museumverbund zu schaffen. Dieser soll unabhängig vom Amt für Kultur arbeiten, das heisst: das Amt für Kultur schliesst mit dem neu zu schaffenden Verbund eine Leistungsvereinbarung ab.» Ansonsten seien viele anregende, aber auch kritische Fragen aufgeworfen worden, so Schluchter, die in der weiteren Ausarbeitung ihren Niederschlag finden würden.

Die Kritik der «Freunde»

Hart in die Kritik geriet der neue Leiter Kulturpflege vor allem aus dem Kreis der Freunde des Museums Altes Zeughaus Solothurn. Deren Mitglieder befürchteten durch die im Strategiepapier erwähnte Neu-Konzeption des Alten Zeughauses Verluste bei der wertvollen Harnischsammlung. «Nach wie vor bestehen wohl gewisse Unsicherheiten bei den Freunden», so Schluchter. «Doch steht mit der neuen Museumsleiterin, die am 1. September ihre Arbeit aufnehmen wird, bereits ein Gesprächstermin mit den Interessenvertretern fest.» Schluchter betonte einmal mehr: «Es ist unbestritten, dass die wertvolle Harnischsammlung in diesem Haus bleiben wird.» Damit ist auch die kleine Anfrage von Kantonsrat Markus Schneider (SP, Solothurn) beantwortet, der vom Regierungsrat Auskunft darüber wollte, ob das Museum drohe, zu einem «Gemischtwarenladen» zu werden; ob Veräusserungen einzelner Objekte anstünden, oder ob die Sammlung integral erhalten bleibe. «Eine grundsätzliche Abkehr von der im Museum Altes Zeughaus heute gezeigten Thematik Wehrgeschichte zu einem Mehrspartenmuseum ist nicht vorgesehen», beantwortet die Regierung. «Allerdings sollen neben den vorhandenen europäischen und eidgenössischen Themen vermehrt auch den wichtigen Aspekten der Geschichte des Stadtstaates Solothurn Beachtung geschenkt werden.» Schneider wollte auch wissen, ob die neu geschaffene Abteilung Kulturpflege im Amt für Kultur und Sport negative finanzielle oder personelle Auswirkungen für das Museum Altes Zeughaus mit sich bringe. Diese Frage wurde klar verneint. «Im Gegenteil: es ist vorgesehen, die Leitung des Museums Altes Zeughaus mit einer wissenschaftlichen 50-prozentigen Assistenz zu stärken.»

Wie geht es nun weiter? Noch im Verlauf dieses Jahres soll der neue Museumsverbund geschaffen werden. Alle Kultur- und Kunsthistorischen Häuser, sowie Sammlungen des Kantons sind eingeladen, sich daran zu beteiligen. Bis März 2010 soll das Konzept zum «neuen» Museum Altes Zeughaus vorliegen.

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