Lenzburg
Lüpfig und klassisch gut gemixt

Bach und urchige Appenzeller Streichmusik, Mussorksky und lüpfige Melodien aus der Innerschweiz: Sechs Tage lang tanzt Lenzburg musikalisch auf ganz unterschiedlichen Hochzeiten.

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Lenzburg
3 Bilder
Besucher Prominenz 1: Regierungsräte Brogli (l. )und Beyeler (r.) mit AKB-Direktionspräsident Dellenbach und alt-Nationalrat Siegrist.
Besucher Prominenz 2: Dirigent Christoforo Spangnuolo, Regierungsrätin Hochuli und Ex-Bobfahrer Christian Reich. (v.l)

Lenzburg

Aargauer Zeitung

Rosmarie Mehlin

Federweiss tummelten sich ein paar kleine Wolken am aufgeklarten Abendhimmel und auf dem Weg zum Schloss tirilierten Vögel grad so, als würden sie die Ouvertüre intonieren zum grossen Ereignis: Die erste Lenzburgiade - ein internationales Musikfestival - wurde gestern fröhlich und stimmungsvoll aus der Taufe gehoben. Mit einem Zitat aus Exupérys «Der Kleine Prinz» stimmte Rudolf Dellenbach, Direktionspräsident der Aargauer Kantonalbank als Mit-Initiant und Hauptsponsor, die geladenen Gäste auf den Abend ein: «‹Man sieht nur mit dem Herzen gut› - das gilt für viele Bereiche, aber ganz speziell treffen die Worte auf die Musik zu». Entsprechend wünschte Dellenbach «ein paar zauberhafte Stunden, in denen das Herz den Verstand überholt.»

Sechs Tage lang treffen auf dem Schloss und im Städtchen Klassik und Folk zusammen, sind hier Bach und Ravel zu hören, dort die Engadiner Länderfründe und die Hanneli Musig. Ein vierblättriges Kleeblatt von Regierungsräten, nur «Kulturminister» Alex Hürzeler fehlte, gab dem Anlass die Ehre - wenn das der Lenzburgiade nicht Glück bringt - und genoss das Eröffnungskonzert mit dem Aargauer Kammerorchester unter Leitung von Christoforo Spagnuolo, Max Lässer und dem Überland Orchester sowie der Alphorn-Virtuosin Eliana Burki auf dem Alphorn.

Eingestimmt auf den reizvollen Ohrenschmaus wurden die geladenen Gäste aus Kultur, Politik und Wirtschaft mit einem wahrlich reichhaltigen Apéro riche. In seiner Grussbotschaft erinnerte Landammann Roland Brogli daran, dass dieses Schloss schon einmal Schauplatz von etwas «Folkigem» war: «Von 1972 bis 1980, in der Blütezeit von love, peace and flowenpower war das Festival auf der Lenzburg das erste Openair-Konzert der Schweiz! Auch diesmal geht es um etwas Besonderes, um die Einmaligkeit, dass an der Lenzburgiade Stars der klassischen Musik auf herausragende Volksmusikgruppen aus aller Welt treffen.» Er würde, so Brogli, etwas verpassen, wenn er an diesem Festival nicht in Erinnerung rufen würde, dass der Kanton Aargau auf seine Kulturpolitik stolz sein dürfe.

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