Kunstmuseum Bern
Kunstmuseum Bern tätigt erstmals Ankauf mit einem Partner

Das Kunstmuseum Bern hat erstmals mit einer Partnerinstitution aus den Niederlanden ein Kunstwerk angekauft. Das Werk stammt von ghanaischen Künstler El Anatsui, dem das Kunstmuseum Bern erst vor kurzem eine Ausstellung gewidmet hatte.

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Eine Besucherin der Berner Al Anatsui-Ausstellung vor dem nun vom Kunstmuseum angekauften Werk. (Archivbild)

Eine Besucherin der Berner Al Anatsui-Ausstellung vor dem nun vom Kunstmuseum angekauften Werk. (Archivbild)

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Die steigenden Preise auf dem Kunstmarkt machten es öffentlichen Kunstinstitutionen immer schwieriger, neue Werke zu erwerben, begründet das Berner Kunstmuseum die eingegangene Partnerschaft mit dem Stedelijk Museum in Amsterdam.

Die beiden Häuser erwarben das Werk von El Anatsui aus der privaten Sigg Collection. Die mäzenatische Preisgestaltung durch die Sigg-Sammlung habe zum Ankauf beigetragen, heisst es in der Mitteilung dazu.

Das Werk "In the World But Don't Know the World (In der Welt, aber kennst die Welt nicht) aus dem Jahr 2009 hing bis vor wenigen Wochen in der Al Anatsui-Ausstellung "Triumphant Scale" im Kunstmuseum. Aktuell wird die monumentale Arbeit aus Aluminium und Kupferdraht noch bis im Februar in einer Ausstellung im Stedelijk Museum gezeigt. Die Arbeit des Ghanaers wird auch künftig abwechselnd in Bern und Amsterdam zu sehen sein.

Universelle Botschaft mit Schnapsdeckeln

Der ghanaere Al Anatsui ist einer der prominentesten Gegenwartskünstler Afrikas. Er ist bekannt für seien grossen Skulpturen aus rezyklierten Schraubverschlüssen von Spirituosenflaschen.

Die Schraubverschlüsse sind ein Abfallstoff, der wiederverwertet wird, gleichzeitig wurde Alkohol als Tauschmittel für die Sklaverei verwendet. El Anatsuis überdimensionale Werke thematisieren Afrikas Kolonialgeschichte, negative Aspekte der Globalisierung und der Konsumwelt sowie Umweltgedanken gleichermassen.

2015 erhielt er den Goldenen Löwen der Biennale Venedig für sein Lebenswerk.