Meisterschwanden
Künstler stellen Friendship-Tickets aus

Dass man die Begriffe «Friendship-Ticket» und «Voting» auch auf dem Kunstsektor anwenden kann, beweist das Kunstforum International in Meisterschwanden. Bis 9. Mai sind dort Werke von Künstlern ausgestellt, deren Exponate mit brieflicher Stimmabgabe von den übrigen Teilnehmern bewertet werden können.

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Mandala Merenschwand

Mandala Merenschwand

Aargauer Zeitung

Margrit Rüetschi

Nicht zum ersten Mal werden die in verschiedenen Stilrichtungen entstandenen Bilder gegenseitig von den ausstellenden Künstlern benotet. Insgesamt für drei Bilder darf der Stimmzettel in die Urne gelegt werden. Als Preis für den am meis-ten bewerteten Künstler winkt eine Einzelausstellung im Kunstforum International.

An diesem sonnigen Tag ist auch Olaf Stocker aus Gränichen in der Galerie anzutreffen. An der Ausstellung ist der charismatische Künstler mit einer wunderschönen Interpretation des Kalachakra-Mandala präsent. Seine Stimmen hat er bereits abgegeben, und er zeigt die von ihm bevorzugten Bilder.

Stockers Lieblingsbilder

Ein grossflächig gemaltes, modernes Bild beim Eingang hat es ihm zuerst angetan - «Florenz» von Simone Gutsche. Es überzeugt in der klaren Ausgewogenheit von konkreter und moderner Malerei, in der Balance zwischen Ekstase und Harmonie. Je länger man vor dem Bild steht, umso mehr Details fallen auf. Hier ein Auge, das einen zu beobachten scheint, dort ein Antlitz, das einen Sinn im Ganzen hat.

Hinweis

Die Ausstellung an der Seefeldstrasse 10 ist jeweils von Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr und am Samstag von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Wegen Teilnahme von Dorli und Enzo Del Mese-Fischer an Kunstmessen im Ausland bleibt die Galerie noch bis 26. April geschlossen. Infos unter kunstforuminternational.ch.

Ebenfalls in moderner Technik ist die zweite von Olaf Stocker bewertete Bildkomposition gemalt. «Öl auf Leinwand, N 222» heisst es über dem bunten Werk von Susanne Senn schlicht. «Kraftvoll, zügig, mit grosser Energie auf die Leinwand gebracht», befindet Olaf Stocker. Eine dreidimensionale, in sorgfältigem Ultra-Chrome-Pigment-Print-Verfah-ren entstandene, geheimnisvolle Haremstüre von Rainer Mauerer, die den Besucher direkt zum Eintreten verlockt, macht Olaf Stockers Stimmabgabe komplett.

Palast der Gottheiten

Welche Künstler sich für sein ausgestelltes Werk entschieden haben, weiss Stocker nicht. An der Vernissage jedenfalls zog die in sattem Orange-Rot gemalte Kalachakra-Mandala mit dem Palast der Gottheiten die Blicke der Besucher auf sich, ob sie jetzt mit den buddhistischen Traditionen vertraut waren oder nicht. Das nach den Riten des tibetischen Buddhismus entstandene, akribisch gemalte Bild hat Olaf Sto-cker in über 500 Arbeitsstunden geschaffen.

Im buddhistischen Glauben

Auf seinen Asienreisen kam er nach der Matur mit dem Buddhismus in Kontakt. Dabei hat er sich unter anderem mit den mit farbigem Sand gestreuten Mandalas befasst. Den Dalai-Lama hat er bei dessen Besuch in Oerlikon gesehen. Im Jahre 2005 ist Olaf Stocker dem buddhistischen Glauben selber beigetreten. «Konchok Tsering Dorje» heisst er mit buddhistischem Namen. (Juwel, langes Leben, unzerstörbarer Diamant).

Der in Frauenfeld lebende Lama Kunsang persönlich habe ihm die Erlaubnis gegeben, das buddhistische Kalachkara-Mandala eins zu eins zu kopieren und auf grössere Masse zu übertragen, freut sich Olaf Stocker. Das Resultat ist bis am 9. Mai im Kunstforum International zu sehen.

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