Künstler Nachwuchs mit Rang

Bereits zum vierten Mal wurden gestern die «Azeiger»-Kulturförderpreise verliehen. Ausgezeichnet wurden Jan Börner, Céline Fluri, Cornelia Moser und Elena Brotschi.

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Solothurner Zeitung

Christoph Neuenschwander

Kulturfreunde, Kunstinteressierte, junge Künstler sowie deren Freunde und Verwandte fanden sich gestern im Schloss Waldegg ein. Anlass dazu gab die Verleihung der «Azeiger»-Kulturförderpreise 2009. Übergeben wurden die Preise, die gesamthaft mit 15 000 Franken dotiert sind, an vier von 16 Bewerbern aus dem Einzugsgebiet des «Azeigers». Dieses umfasst die Bezirke Bucheggberg-Wasseramt sowie Solothurn-Lebern, wobei Kulturschaffende aus letzteren Bezirken dieses Jahr zum ersten Mal bei der Verleihung berücksichtigt wurden.

Denn die alljährliche Vergabe der Kulturförderpreise fand zwar zum vierten Mal statt, doch wurde sie bislang lediglich vom Anzeigerverband Bucheggberg-Wasseramt durchgeführt. Mit der Vogt-Schild Medien AG beteiligte sich nun erstmals der Verlegerpartner für die Bezirke Solothurn-Lebern.

«Ausgezeichnet werden ausserordentliche Leistungen oder Engagements im kulturellen Bereich von Jugendlichen im Alter bis 26 Jahre», erklärte Manfred Fluri, Präsident des Anzeigerverbandes, die Wettbewerbsbedingungen. Auserkoren wurden die vier Gewinner von einer neunköpfigen Jury, die sich aus vier Fachpersonen und fünf Vertretern der beiden «Azeiger»-Verleger zusammensetzt.

Erster Platz für Gesangstalent

Den ersten Rang, der mit 5000 Franken dotiert ist, belegte der Solothurner Jan Börner. Der Altus und ehemalige Singknabe der St. Ursen-Kathedrale wurde für seine «musikalische Ausnahmebegabung» ausgezeichnet, begründete Jurymitglied Bruno Späti. Er habe bereits über die Landesgrenzen hinaus auf sein gesangliches Potential aufmerksam gemacht und werde nach Abschluss seines Gesangsstudiums durch schauspielerische Weiterbildungen einen «folgerichtigen Schritt in die Welt der barocken Oper» unternehmen. Das Studium an der «Schola Cantorum Basilensis» wird Börner voraussichtlich diesen Sommer mit dem Lehr- und Konzertdiplom abschliessen.

Gleich zweimal Silber

Der zweite Preis - je 4000 Franken - wurde gleich zwei Bewerberinnen überreicht: Céline Fluri und Cornelia Moser. Die Jury zeichnete Fluri für ihr Buch «Jugendstil» aus. Ähnlich wie in einem Film, arbeitet die Hubersdorferin im Buch mit Szenen. «Die Inszenierung von Texten, Zeichnungen und Illustrationen, die unter anderem mit der Nähmaschine gestaltet sind», bezeichnete Jurorin Gabriella Affolter als «graphische Philosophie auf allerhöchstem Niveau.» Fluri hat die Schule für Gestaltung in Biel absolviert und bereits mehrere Preise erhalten.

Die Grenchnerin Cornelia Moser wurde für die multimediale Rauminstallation «Footlightparade» honoriert, die sie mit Daniela Schmidlin konzipiert hatte. Es handelt sich um eine beleuchtete und klanglich untermalte elektro-mechanische Adaption einer Choreografie aus dem gleichnamigen 30er-Jahre-Musicalfilm.

Der vierte Presi ging an Elena Brotschi. Die Fotografiestudentin aus Feldbrunnen hatte eine Bilderreihe zum Thema «Ereignisse» eingereicht. Ihre Bilder wirken auf den ersten Blick simpel und unspektakulär. Auf den zweiten Blick entdeckt man jedoch hineinmontierte situationsfremde Bildteile, die überraschende Verfremdungen erzeugen und den Betrachter zu Auseinandersetzungen mit unserer Welt anregen.

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