Kanton Solothurn
Fördern junger Talente

Der Solothurner Regierungsrat hat auf Antrag des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung auch dieses Jahr sieben junge Kunstschaffende ausgewählt, um sie mit einem Werkjahrbeitrag in der Höhe von je 18 000 Franken, dem höchstdotierten Preis des Kantons, in ihrem künstlerischem Werdegang zu unterstützen.

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Klaus Fischer

Klaus Fischer

Solothurner Zeitung

Für ihr bisheriges Schaffen, eine aktuelle Arbeit, geplante neue Werke oder das Ermöglichen von Studien, erhalten Kulturschaffende mit einem Bezug zum Kanton Solothurn seit 1985 Werkjahrbeiträge, schreibt der Solothurner Regierungsrat. Zum Zuge kommen Künstler, die im Kanton geboren und aufgewachsen sind, im Kanton Solothurn gebürtig sind sowie Kunstschaffende, die im Kanton Solothurn wohnen und wirken oder einen anderen engen Bezug zum Kanton haben. Dieses Jahr werden am 20. Juni anlässlich einer öffentlichen Feier auf Schloss Waldegg in Feldbrunnen-St. Niklaus ausgezeichnet:

«Boycotlettes» mit Melanie Fadera Fischer, 33. Fischer stammt aus Egerkingen und ist in Kriegstetten aufgewachsen. Mit ihrer Partnerin Lara Schwander, 33, bildet sie «Boycotlettes». Beide leben in Basel. Die zwei sagen von sich selbst: «‹Boycotlettes› leben in einer nahezu perfekten Welt.» Das Duo bespielt mit installativen Klebfolienbildern in unverwechselbarer Ästhetik nicht nur museale Orte, sondern würzt und durchkreuzt auch - der Graffiti- und der Tagkultur verwandt - den öffentlichen Raum.

Einen weiteren Werkjahrbeitrag erhält das Künstlerinnenduo Eberli/Mantel mit Simone Eberli, 37, von Mümliswil-Ramiswil, die in Bern aufgewachsen ist. Eberli und ihre Partnerin Andrea Mantel, 43, besuchten gemeinsam die Schule für Gestaltung in Zürich. Die intensive Zusammenarbeit der beiden Fotografinnen äussert sich in Doppel-Porträtserien, in denen sie sich mit Witz und Ironie selber spiegeln.

Der Saxofonist Thierry Kuster, 26, ist aufgewachsen und wohnhaft in Trimbach. Er begann bereits vor seinem Eintritt in die Jazzschule Bern 2005 öffentlich aufzutreten. Zurzeit spielt Kuster in diversen Formationen, vor allem seiner eigenen «Weitwinkel». Verschiedene Arrangement- und Kompositionsarbeiten vervollständigen im Moment Kusters Weiterbildung. Seit seinem Eintritt in die Zürcher Hochschule der Künste gibt er auch Privatunterricht für Saxofon.

Ausgezeichnet wird die Kunstschaffende Maja Rieder, 30. Sie ist in Kestenholz aufgewachsen und lebt derzeit in Basel. Rieder hielt sich nach dem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Basel von 2003 bis 2006 in Warschau und in Helsinki auf. Seither hat die Künstlerin an verschiedenen Gruppenausstellungen teilgenommen. Maja Rieder bedient sich auf den ersten Blick dem traditionellen Ausdrucksmittel der Zeichnung. Erst bei genauer Betrachtung der grossformatigen Arbeiten wird das aufwändige Produktionsverfahren mit Graphitpulver, bei dem Flächen abgeklebt, bestäubt und verrieben und zu vielschichtigen Kontrastmomenten verarbeitet werden, gegenwärtig.

Einen weiteren Werkjahrbeitrag wurde der Bewegungsschauspielerin Stephanie Saner, 30, zugesprochen. Sie ist in Oberdorf aufgewachsen, wo sie heute noch lebt. Von 2001 bis 2004 besuchte Stephanie Saner die Fachhochschule «Scuola Teatro Dimitri» in Verscio und bildete sich danach bei zahlreichen Dozenten in den Bereichen Tanztheater, Stimmarbeit und Gesang, Physical Theatre und Modern Dance, Tanzimprovisation, Improvisationstheater sowie Sprech- und Atemtechnik weiter. Letztes Jahr realisierte sie mit Simone Lüscher und Ann Klemann ihre erste Eigenproduktion, ein liebevoll absurdes Bewegungstheater, in dem sie als eigenwillige und überzeugende Schauspielerin zu geniessen ist.

Der Klarinettist Lukas Vogelsang, 31, ist in Deitingen aufgewachsen. Er lebt derzeit in Solothurn. Vogelsang studierte von 1997 bis 2002 an der Fachhochschule für Musik und Theater Bern/Biel. Nach dem Erhalt des Klarinettenlehrdiploms folgten Studien an der Hochschule für Musik und Theater Zürich, welche er 2005 mit dem Konzertreifediplom abschloss. Neben seiner Unterrichtstätigkeit an der Musikschule Biel und an der Kantonsschule in Olten sowie seinem Engagement als Dirigent der Musikgesellschaft Recherswil ist Lukas Vogelsang als vielseitiger und vielschichtiger Musiker unterwegs.

Schliesslich wurde mit Kilian Ziegler, 25, zum ersten Mal einem Slammer oder Slamdichter ein Werkjahrbeitrag zugesprochen. Ziegler ist in Trimbach aufgewachsen und lebt heute noch dort. Erste Erfahrungen auf der Bühne machte Ziegler jedoch als Rapper einer Hip-Hop-Band. Doch bald wechselte er die Sparte und seitdem taucht sein Name bei Poetry-Slam-Wettbewerben überall auf, wo er es regelmässig in die vorderen Ränge schafft. Zieglers Reime sind «funkelnde Wortwitzkalauer», in die er spielerisch und in Reimen die profanen Fragen des Alltags, der Politik, der Kultur, der Gesellschaft verpackt. Auch Zieglers Prosa überzeugt. (sks)

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