Ausstellungen zum Werk von Edgar Degas (1834-1917) beschränkten sich zumeist auf dessen impressionistische Phase oder auf Einzelaspekte, heisst es in einer Mitteilung der Fondation Beyeler. «Edgar Degas» in Riehen indes sei die erste Ausstellung überhaupt, die umfassend und ausschliesslich dem Spätwerk von Degas gewidmet ist.

Alle Themen und Serien seien versammelt, die für das Verständnis von Degas' Spätwerk bedeutsam seien: Tänzerinnen und Akte, Jockeys und Rennpferde, Landschaften und Porträts aus der Zeit von etwa 1886 bis 1912. Die über 150 Werke umfassende Schau setzt zu der Zeit ein, als sich in Degas' Schaffen stilistisch und inhaltlich Veränderungen abzeichneten.

So liess er die Feinmalerei seiner Impressionistenjahre hinter sich und löste sich von den Themen des Pariser Grossstadtlebens wie von seinen impressionistischen Weggefährten, wie die Fondation festhält. Später begann er auch, Wachsplastiken zu modellieren und zog sich schrittweise aus dem öffentlichen Leben zurück.

Von Malerei bis Fotografie

Asymmetrische Kompositionen, ungewöhnliche Blickwinkel und unkonventionelle Posen von Figuren sind stilistische Merkmale des Spätwerks. Die Ausstellung in Riehen greift alle Techniken auf, in denen Degas gearbeitet hat: Ölmalerei, Pastell, Zeichnung, Monotypie, Lithografie, Fotografie und Bildhauerei.

Von den «Danseuses» über Porträts, Frauen bei der Toilette und Landschaften bis zum monumentalen «Jockey blessé» aus den Jahren 1896 bis 1898 - die Ausstellungsräume folgen thematischen Schwerpunkten. Ausgangspunkt waren zwei Pastelle aus Eigenbestand: «Le petit déjeuner après le bain (le bain)» von 1895 bis 1898 und «Trois danseuses (jupes bleues, corsages rouges)» von 1903.

Konzipiert wurde die Schau von Martin Schwander, der sie zusammen mit Michiko Kono vom Beyeler-Museum umsetzte. Trotz der Fragilität und Lichtempfindlichkeit der späten Arbeiten von Degas kamen Leihgaben aus Museen in Boston, New York, Washington, Tokio, London, Paris, Oslo und München, aus dem Kunstmuseum Basel und dem Kunsthaus Zürich sowie aus Privatsammlungen in Europa und Übersee zusammen.

Die Ausstellung dauert bis zum 27. Januar 2013 und wird von einem Rahmenprogramm begleitet. Zudem erscheint ein Katalog.