Das Logo der New Yorker National Broadcasting Company, NBC, ist weltberühmt. Entworfen hat es vor 30 Jahren der Basler Grafiker Steff Geissbühler. Das kraftvolle Symbol, basierend auf einem Pfauenrad, ist einer von vielen Brands, die er entwickelt hat. Dazu gehören grafische Auftritte für Telemundo Television, Time Warner oder Radio Free Europe. Aber auch Kulturinstitutionen wie das Tuledo Museum of Art, die New York Public Library oder die renommierte New Yorker Signature Theatre Company.

Das Logo des Medienskonzerns NBC wurde vom Basler Steff Geissbüler entworfen

Die Weltmarke aus dem Atelier von Steff Geissbühler

Das Logo des Medienskonzerns NBC wurde vom Basler Steff Geissbüler entworfen

Seit 1975 haben Geissbühler und seine Partner Ivan Chermayeff und Tom Geismar von New York aus die Entwicklung der Grafik in den USA entscheidend mitgeprägt. Der 1942 geborene Geissbühler wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem U.S. Federal Design Achievment Award. Seit 2011 betreibt er in Hilton Head Island ein Atelier unter seinem Namen. Begonnen hat seine Geschichte jedoch vor 50 Jahren in Basel.

Die Kreativ-Wiege des Swiss Design

Die Kuratoren Christian Mengelt und Armin Vogt haben dem renommierten Grafiker nun eine Ausstellung im Rappaz Museum in Basel ausgerichtet. Mengelt verbindet damit persönliche Erinnerungen. Anfang der Sechzigerjahre haben er und Geissbühler gleichzeitig die Fachklasse für Grafik an der Schule für Gestaltung in Basel besucht.

Es war damals die grosse Zeit der Schweizer Grafik, die als Swiss Design weltweit Anerkennung und Nachahmer fand. Geprägt wurde der Basler Beitrag an diese Schweizer Erfolgsgeschichte von Koryphäen wie Armin Hofmann und Emil Ruder, beides Lehrer von Geissbühler.

Nach Diplomabschluss war der junge Grafiker bei einer weiteren weltweit beachteten Institution tätig, dem Werbeatelier des Pharmakonzerns J.R. Geigy. Die dort tätigen Grafiker setzten Massstäbe in Sachen Typografie, Werbegrafik und Corporate Design.1967 zog Geissbühler mit seiner Familie nach Philadelphia und begann seine Karriere in Übersee.

Die Ausstellung beginnt stimmig mit einer Vitrine aus dem Geigy-Atelier. Frühe Arbeiten Geissbühlers für Medikamente wie Butazoldin oder Tanderil zeigen bereits Qualitäten: das perfekt ausbalancierte Spiel von Farbe und Form, Schrift und Bild.

Einfach, aber reich an Details

Rund um die Vitrine werden Geissbühlers Firmenlogos präsentiert. Verblüffend reichhaltige Lösungen für die immer gleiche Problemstellung: «Das Design muss einfach genug sein, um augenblicklich erfasst werden zu können, aber reich genug an Details, um interessant zu sein. Es muss flexibel genug sein zur Entwicklung des Unternehmens und stark genug, um Kontinuität zu schaffen.» So beschreiben Geissbühler, Chermayeff und Geismar die Aufgabe, einer Firma ein unverkennbares Markenzeichen zu verleihen.

Im zweiten Raum zeigen die Ausstellungsmacher anhand einiger Beispiele, welche Anwendungen Grafik und Typografie bei den Auftritten der Grossunternehmen erfahren. Beispielsweise der komplexe Schriftzug aus völlig unterschiedlichen Buchstaben für die New York Library. Oder die stupend fantasievolle Schrift für den Auftritt des New Yorker Hafens.

«Bis ein solches Paket steht, dauert es oft ein Jahr oder mehr», erzählt Kurator Vogt.
Wie komplex ein Firmenauftritt zusammengesetzt ist, zeigt ein ausgestelltes Manual der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA, eine Anleitung, wie die Grafik umgesetzt werden soll. Weitere Bücher lassen den Besucher ins Grafik-Universum Geissbühlers eintauchen.

Ein dritter Raum versammelt eine Auswahl von Plakaten für Kulturinstitutionen. Darunter die berühmte Kampagne für das Kulturleben im Big Appel mit den Slogans «New York is theatre/New York ist Art/New York is dance» .

Ein Video über Geissbühlers Schaffen und eine witzige Auswahl seiner Weihnachts- und Neujahrskarten runden die kleine, feine Ausstellung ab.

Steff Geissbühler bis 26. August, Rappaz Museum Basel. rappazmuseum.ch