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Die Realität blieb draussen vor der Tür

Es war ein emsiges Kommen, Gehen und Staunen. Zwei Tage waren zu wenig, um alles zu erleben. So gross war die Vielfalt im Grenchner Parktheater, wo die Kinderbilderbuchtage in Fantasiewelten entführten.

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Rohr

Rohr

Solothurner Zeitung

Hans Peter Schläfli

Märchenhafte Könige, kleine Bären oder ein See mit Fischen aus Papier: Die Kinder konnten sich über das Wochenende im Grenchner Parktheater in Fantasiewelten entführen lassen. Die Eltern ebenso. Denn es gab viel mehr zu bestaunen als nur Kinderbücher. Zwischen der Verkaufsausstellung mit den Ständen der Kleinverleger konnte man Tierabenteuer im «Kibibuta-Wald» und seinem Café erleben. Es gab die Lindenhaus Saftbar mit Popcorn und exotischen Erfrischungen, die von Kindern serviert wurden.

In Workshops wie «Mein Meerschweinchen und ich» gabs wertvolle Informationen, oder es durfte auch ganz einfach gebastelt werden. Und zu guter Letzt war da noch die Cüplibar für die Erwachsenen.

Im «Rätsel-Kibibuta-Wald» wollte Pädagogin Claudia Brack die Fantasie anregen: «Auch die Fantasie der Eltern.». Aus ganz einfachen Materialien hatte sie einen Rundgang aufgebaut. Ganz dem Motto dieses Jahres, «Das Tier im Kinderbuch». Die Kinder konnten so viel über den Wald und seine tierischen Bewohner lernen. «Ich will ein lebendiges Bilderbuch machen», erklärt Brack, «die kleinen können Fische für den Teich ausschneiden oder die Schachteln rütteln und erraten, was drin ist. Für die Grösseren gibt es den Fragebogen zum Ausfüllen.»

Herz grösser als das Mundwerk

Um für die Unicef Sternenwoche Geld zu sammeln, versteigerte Chris von Rohr Bilderbücher, die von DJ Bobo, Viktor Giaccobo, Mike Müller, Patrick Frey, Mascha Santschi, Sascha Ruefer, Regierungsrat Peter Gomm, Bundespräsident Hans-Rudolf Merz, Göle, Peach Weber, Marco Rima und anderen Prominente signiert wurden.

Da hat sich einer in jahrelanger Arbeit mit seinem geschliffenen Mundwerk ein Image aufgebaut, um es in wenigen Minuten zu zerstören: Man kennt Chris von Rohr für seine Auftritte mit Krokus und im TV. An den Kinderbilderbuchtagen bewies der Musiker, dass sein Herz noch ein wenig grösser ist als seine legendäre Klappe.

Die Resonanz der Versteigerung hielt sich bei den Besuchern in Grenzen. Viele zogen es vor, an den Verkaufsständen zu stöbern, während sich Chris von Rohr bemühte, für die signierten Bilderbücher einen würdigen Betrag zu ergattern. So ging er auch schon einmal persönlich voraus, bot für ein Buch 50 Franken. Das animierte das Publikum zum Mitbieten.

Umrahmt wurde die Versteigerung durch die Lesung von Brigit Evelyn Leuenberger, die ihr Erstlingswerk «Drachensternensand» vorstellte. Andrea Isch sorgte am Flügel und E-Piano dafür, dass die märchenhafte Erzählung eine zusätzliche Dimension erhielt.

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