Die 1953 in Bolivien geborene Carmen Perrin hat sich auch einen Namen gemacht mit Interventionen im öffentlichen Raum. So zeigte sie vor einigen Jahren in der Frauenklinik in Luzern eine Arbeit mit dem Ziel, den Patientinnen "die Zeit zu vertreiben", wie sie sagte.

Sie liess Texte von Schriftstellerinnen und Philosophinnen auf die Wände der Klinik schreiben. Einsehbar und entzifferbar waren die Texte nur bei bestimmtem Lichteinfall von gewissen Blickwinkeln aus. Damit stachelte sie die Neugier der Patientinnen an und half, deren Alltag mit ihrer überraschenden Kunst ereignisreicher zu machen.

Die Ausstellung im Kunsthaus Grenchen ist seit 20 Jahren Perrins erste Museumsausstellung in der Deutschschweiz. Mit einer ortsspezifischen Installation im Neubau, aber auch mit Objekten, Zeichnungen und Videos gibt sie einen Überblick über ihr Schaffen der letzten zehn Jahre - und animiert auch die Besucherinnen und Besucher, "frische Luft zu schöpfen".