Aargauer Kunsthaus
«Blumen für die Kunst»: Diese Werke inspirieren die Floristinnen und Floristen

Die Ausstellung «Blumen für die Kunst» im Aargauer Kunsthaus öffnet am 2. März. Zur Einstimmung die Bilder dazu.

Sabine Altorfer
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Expressiv: Ernst Ludwig Kirchner, «Erna mit Japanschirm (Japanerin)» von 1913.
14 Bilder
Eine grosse Zürcher Konkrete: Verena Loewensberg vereint in diesem Werk «Ohne Titel» von 1957 famos Freiheit und Strenge.
René Victor Auberjonois, «Tänzerin mit entblössten Schenkeln», 1950.
Kunst für die Blumen, Aargauer Kunsthaus
Die surrealistische Essenz eines Berges: Meret Oppenheim, «Dunkle Berge, rechts gelb-rote Wolken» von 1977–1979.
Landschaft zeitgenössisch: Rosina Kuhn, 80, ist bekannt für Porträts wie für Landschaften, sei es aus dem Tessin oder aus Kalifornien wie «Esalen» von 2016.
Der Kunsthausdirektor als Künstler: Heiny Widmer leitete von 1971–1984 das Aargauer Kunsthaus. Er schuf abstrakte Gemälde wie «Vierbild über den tieferen Grund der Dinge».
Der mächtige Berg: Edouard Vallet, «Le matin à la montagne (Savièse au Valais)», 1912. Inhaltlich realistisch, farblich bereits modern.
Ein Schlüsselbild der Schweizer Alpenmalerei: Giovanni Segantini, «Paesaggio alpino/ Berglandschaft» von 1898–1899. Segantini löste die Fläche in einzelne Pinselstriche auf und umgab sie mit Weiss, um mehr Strahlkraft zu erreichen.
Ein Frühwerk: Der Solothurner Cuno Amiet malte «Mondnacht auf dem Meer» 1892 als 24-Jähriger bei einem Aufenthalt im bretonischen Künstlerdorf Pont-Aven.
Expressionismus pur – mit kräftigen Farben und vereinfachten Formen: Hermann Scherer, «Im Baumgarten», 1925–1926.
Spätromantische Überwältigungsgeste: Alexandre Calame, «Staubbach» von 1837. Mit seinen dramatischen Alpenbildern wurde der Genfer Maler zu Lebzeiten europaweit berühmt.
Schwefelgelbe Wolkendramatik: Ingeborg Lüscher schuf 1995 eine Serie dieser Fotografien, sie blieben als Geschenk der Künstlerin nach einer Ausstellung im Kunsthaus.
Abstrakt oder doch Figur? Oscar Wilhelm Lüthy, «Die Musizierenden».

Expressiv: Ernst Ludwig Kirchner, «Erna mit Japanschirm (Japanerin)» von 1913.

Jörg Müller

Mit welchen Ideen überraschen uns die Floristinnen und Floristen diesmal bei «Blumen für die Kunst»? Wir wissen es nicht, aber wir kennen die 14 Werke, die sie interpretieren. Sie hängen bereits in der Ausstellung der «Sammlung Coninx» und in der hauseigenen Sammlung. «Die Vorauswahl der Werke treffen wir gemeinsam mit unserem Partner ‹Flowers to Arts›», sagt Sammlungskuratorin Simona Ciuccio. Dann können die Blumenkünstlerinnen ihre Präferenzen angeben.

Was 2014 als mutiges Experiment begann, hat sich zu einem Erfolgsprojekt gemausert. Über 18000 Eintritte verbuchte das Aargauer Kunsthaus 2019. Mit «Blumen für die Kunst» wolle man die Schweizer Kunst einem breiten Publikum vermitteln, erklärt Ciuccio. Führungen und Gespräche sollen dazu beitragen. Die Kuratorin will nicht nur «Big Names» zeigen, sondern auch unbekanntere Werke und Künstlerinnen ans Licht holen.

Landschaften und Porträts dominieren. Das entspreche der Sammlung Coninx, andrerseits sei es spannend, wie unterschiedlich das gleiche Thema aufgefasst werde. «Hier der Berg als Bedrohung, als etwas Mächtiges, da als etwas Erhabenes, hier als Figur, da nahe der Abstraktion», erklärt Ciuccio. Das frühste Werk von Alexandre Calame ist von 1837, das jüngste von Rosina Kuhn von 2016. Man bekommt neben der Blumenpracht also einen Bilderbogen über beinahe 200 Jahre Kunstgeschichte präsentiert.

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