Blues Festival
«Blues ist sicher nicht verstaubt»

Der Blues kommt nach Baden zurück. In zwei Wochen startet das 7. Blues Festival. OK-Präsidentin Susanne Slavicek über Geheimtipps und fehlende Sponsoren.

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«Blues ist sicher nicht verstaubt»

«Blues ist sicher nicht verstaubt»

Roman Schenkel

Susanne Slavicek, wer hört heute überhaupt noch Blues?
Susanne Slavicek: Blues kennt keine Altersschranken. Wir haben immer mehr junge Leute, die sich für die Bluesmusik begeistern. Gerade letzte Woche hat mir eine junge Frau erzählt, wie gut ihr das Konzert der
Holmes Brothers – alle drei um die 70 Jahre alt – gefallen hat. Ein Blueskonzert ist zeitlos und zieht alle Generationen an.

Also keine verstaubte und traurige Musik?
Slavicek: Nein, im Gegenteil. Blues entwickelt sich weiter und verbindet sich zum Beispiel mit Funk, Soul und Rock. Natürlich gibt es traurige Songs, schliesslich erzählt der Blues die Geschichten des Lebens – viele Stücke beinhalten aber auch Hoffnung und positive Gedanken. Apropos verstaubt: Es gibt viele junge Bluesmusiker.

Einer davon ist Marquise Knox, der am Blues Festival Baden auftritt.
Slavicek: Marquise Knox ist in den USA für das «Best New Artist Debut» nominiert. Bei seinem Auftritt vor dem Konzert von BB King wurde er mit Standing Ovations gefeiert. Seine Stimme tönt wie die eines 40-Jährigen, dabei ist er erst 18 Jahre alt. Er ist der grosse Nachwuchsmusiker des Blues, der das erste Mal in der Schweiz auftritt.

Was spricht sonst noch für einen Besuch des Blues Festival in Baden?
Slavicek: Das Blues Festival steht für Qualität und Exklusivität. Wir bieten den Besuchern Konzerte, die sie so nie mehr sehen und hören können. In Baden treten Grössen auf, die noch nie oder schon lange nicht mehr in der Schweiz oder gar in Europa aufgetreten sind. Daneben haben wir aber auch Bluesmusiker aus der Schweiz und natürlich auch aus Baden.

Der Headliner ist sogar ein Schweizer.
Slavicek: Ja, Philipp Fankhauser ist ein «alter» Freund des Blues Festival Baden. Er und wir fanden, dass es höchste Zeit ist, dass er wieder bei uns auftritt. In der Formation mit Margie Evans ist er nur zweimal in der Schweiz zu sehen.

Was ist Ihr Geheimtipp?
Slavicek: Es fällt mir schwer, einzelne Konzerte aus dem Programm herauszupicken. Ich freue mich auf die ganze Woche. Sie bietet für alle etwas: Vom schrägen Dr. Will über Blues mit Boogie-Einflüssen von Wallenstein bis zum Dixie von Wynavalley. Besonders freut mich, dass wir dieses Jahr mit Carolyn Wonderland und Diunna Greenleaf wieder einen Frauen-Abend haben, denn der Blues ist durchaus auch weiblich.

Was hat sich im Vergleich zum Vorjahr geändert?
Slavicek: Mit einem grossen Essen- und Getränkeangebot nutzen wir den Platz vor dem Nordportal. Damit soll eine richtige Festivalatmosphäre aufkommen.

Sie haben also noch nicht den Blues vom Organisieren?
Slavicek: Nein, das ganz und gar nicht. Wir haben noch viel zu viele Ideen, wie zum Beispiel die Förderung der Jugend im Bereich Blues. Einziger Wermutstropfen für dieses Jahr ist, dass wir keinen Hauptsponsor gefunden haben. Doch wir sind zuversichtlich für 2011, denn als eines der vier bedeutendsten Bluesfestivals der Schweiz und Trendsetter sind wir attraktiv für einen neuen Partner. Doch nun geniessen wir zuerst einmal das Blues Festival 2010.

Blues Festival Baden vom 22. bis 29. Mai

www.bluesfestival-baden.ch

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