Regierungsrat Martin Jäger (SP) will in den kommenden Sommerwochen die Organisation des Bündner Kunstmuseums noch einmal analysieren und dann Schlüsse ziehen, wie er am Montag mitteilte. Er wolle interne wie externe Gruppen konsultieren und mit Offenheit an diesen Prozess gehen, vermeldete der Erziehungs- und Kulturdirektor.

Ziel sei es, durch Konsultativgespräche mit Organisationen des kulturellen Lebens des Kantons, externe Einschätzungen in die Gesamtanalyse einzubeziehen. Dafür engagiert Regierungsrat Jäger den 73-jährigen Juristen Hans Hatz als Mediator.

Hatz gehörte der Churer Regierung (Stadtrat) von 1977 bis 1988 an. Danach stand er vor allem als Bankpräsident der Graubündner Kantonalbank sporadisch in der Öffentlichkeit. Er ist Mitglied des Stiftungsrates des Vereins "Kulturforschung Graubünden".

Hatz verfüge über langjährige Erfahrungen in kulturellen, politischen und unternehmerischen Fragen, hiess es. Er begleitet die Konsultativgespräche, führt selber Gespräche und nimmt am ganzen Analyseprozess teil.

Regierungsrat Jäger will die Analyse in den kommenden Wochen abschliessen. Er hatte die Öffentlichkeit vor knapp zwei Wochen völlig überraschend darüber informiert, dass es an der Spitze des Kunstmuseums zu einem Wechsel im Direktorium kommt.

Die Stelle des Mediators oder Vermittlers ist die vierte, die sich mit dem Fall Kunstmuseum befasst. Am Werk zuvor waren der Regierungsrat Jäger selber, das kantonale Personalamt sowie ein externer Berater.

Überraschende personelle Entscheide

Museumsdirektor Stephan Kunz, der 2011 vom Kunstmuseum in Aarau nach Chur wechselte, übernehme die Aufgabe eines Hauptkurators, hiess in der 14 Zeilen-Meldung. Interimistisch für ein Jahr wurde die 36-jährige Nicole Seeberger zur Direktorin ernannt.

Nur ein paar Tage später machte Regierungsrat Jäger einen Rückzieher. Er gab wiederum überraschend bekannt, dass die Reorganisation der Leitung des Kunstmuseums sistiert sei.

Seither ist das Direktorium personell vakant, und die Öffentlichkeit rätselt über die Gründe für diese überraschenden Personalentscheide. Die administrative Leitung des Kunstmuseums besorgt inzwischen das kantonale Amt für Kultur.