«HINGUCKER» TEIL 8
Der Kräuterdoktor von Aesch

Baselbieter Museen stellen sich mit einem Lieblingsstück vor. Diese Woche: das Heimatmuseum Aesch.

Peter Nebel
Drucken
Teilen
Labortisch im Heimatmuseum Aesch.

Labortisch im Heimatmuseum Aesch.

zvg

Das Heimatmuseum Aesch bildet ein wichtiges Stück des kollektiven Gedächtnisses unserer Gemeinde. Hier werden Schätze gezeigt, die mit der Geschichte und Kultur unseres Dorfes und unserer engeren Heimat zusammenhängen. Bei einem Gang durch unsere Räumlichkeiten machen Sie, liebe Besucherinnen und Besucher, einen Ausflug in die nähere und entferntere Vergangenheit. Nebst archäologischen Funden können wir auch über eine Persönlichkeit berichten, deren Werk weit über die Kantons- und Landesgrenzen Beachtung fand und noch immer findet.

Das kann unser «Hingucker» bezeugen. Dies ist ein nachgestellter Labortisch, den der Naturarzt und Unternehmer Alfred Vogel (1902–1996) mit seinem Vater auf dem Estrich einrichtete. Links davon ist das Haus abgebildet, in dem Vogel geboren wurde und welches er dem Heimatmuseum Aesch vermachte. Mit seinem Vater und der Grossmutter streifte er in seiner Kindheit durch die Wiesen und Wälder, lernte die Vielfalt der Blumen, Sträucher und die Blätter der Bäume kennen.

Nach einer kaufmännischen Lehre konnte Alfred Vogel mit 23 Jahren dank der finanziellen Unterstützung seines Vaters in Basel ein Reformhaus übernehmen. Neben allgemeinen Verkaufsgegenständen bot Vogel bald seine ersten Salben und Seifen aus eigener Produktion als Heil- und Vorsorgemittel im Laden an.

Vernissage mit «Chrütlischmecke»

Von Anfang an schrieb Vogel seine Beobachtungen nieder, um die Entdeckungen zuerst unter dem Titel «Das neue Leben» und ab 1943 in einer eigenen Fachzeitschrift zu veröffentlichen. Von 1937 bis 1956 erforschte und entwickelte er erste Naturheilmittel auf der Basis von Frischpflanzen in Teufen im Appenzellerland. Auf seiner Amerikareise 1953 begegnete der inzwischen bekannte Naturheilmittelpionier dem Oglala-Lakota-Häuptling Ben Black Elk, der ihn mit der Heilkraft des Roten Sonnenhutes (Echinacea purpurea) vertraut machte.

1963 kaufte Vogel zwecks Erweiterungsplänen ein grosses Stück Land im Kanton Thurgau, um in Roggwil die Produktionsfirma Bioforce AG zu realisieren. 1952 veröffentlichte er das heute weltweit bekannte und in zwölf Sprachen übersetzte Buch «Der kleine Doktor». Seine Erfahrungen und Forschungen präsentierte Vogel stets humorvoll an zahlreichen Vorträgen. Mit 94 Jahren verstarb er völlig gesund in Feusisberg, seine Produkte aber leben weiter und werden auch weiterentwickelt.

Am 1. Oktober um 18.30 Uhr feiern wir beim Vogel-Geburtshaus an der Unteren Kirchgasse 2 die Vernissage der neuen Sonderausstellung und zeigen Souvenir-Gegenstände aus aller Welt, die Alfred Vogel von Forschungsreisen heimbrachte. Wir haben auch einige Kräuter und Blätter gesammelt, die besonders riechen und als natürliche Heilmittel eingesetzt werden. An diesem Anlass werden Vogel-Biomüsli und diverse Tees serviert. Öffnungszeiten und weitere Informationen finden Sie auf www.heimatmuseum-aesch.ch.

Diese Reihe entsteht in Zusammenarbeit mit dem Museumsverbund Baselland. Weitere spannende Museumsobjekte finden Sie im Kulturgüterportal www.kimweb.ch.

Aktuelle Nachrichten