Kultur
Luzerner Musikfestival geht online: Auch digital verspricht der «Szenenwechsel» Festivalstimmung

Das Musikfestival der Musikhochschule Luzern zum Thema «Re-Mix» wie üblich Ende Januar statt. Aber es geht online und, passend zum neuen Gebäude, auch inhaltlich neue Wege.

Urs Mattenberger
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Nahm wie die anderen Ensemble sein Programm im Neubau beim Südpol auf und geht damit am Festival online: Big Band der Musikhochschule Luzern.

Nahm wie die anderen Ensemble sein Programm im Neubau beim Südpol auf und geht damit am Festival online: Big Band der Musikhochschule Luzern.

Ingo Höhn

Zunächst klingt in der Medienmitteilung der Musikhochschule Luzern vom Donnerstag alles wie gewohnt. Demnach findet deren Festival «Szenenwechsel» wie üblich Ende Januar statt. Und wiederum steht es unter einem griffigen Thema, das die Grenzen zwischen den Sparten aufweicht.

Es heisst «Re-Mix» und wirft einen Blick auf das Mischen, Variieren, Bearbeiten und Neuerwägen in der Musik. Unter anderem geht es der Frage nach, was «Cover»-Versionen und «Remixes» jenseits von Copy & Paste besonders machen. Wie gewohnt gibt es dabei eine Bandbreite des Könnens von Studenten und Dozenten zu erleben. Das Festival findet vom 29. bis 31. Januar 2021 statt. Aber es gibt doch zwei gewichtige Neuerungen. So werden die Konzerte erstmals eng mit Beiträgen aus der Forschung verknüpft. Die zweite Neuerung war nicht anders zu erwarten und hat es trotzdem in sich: So finden alle Veranstaltungen des «Szenenwechsel» online statt.

Ein «Remix» von der Gregorianik bis zur Gegenwart

Programm

Die Konzerte des «Szenenwechsels» werden von Studenten und Dozenten der Musikhochschule bestritten, in den Fachgesprächen wirken auch Gäste mit:

Freitag, 29. Januar

«Re-Loaded», 17.00: Eröffnung mit Direktor Valentin Gloor; «Re-Work», 17.30: Klaviertrio H-Dur von Brahms in der frühen und späten Fassung, mit Roundtable dazwischen; «Re-Blend», 20.15: Gespräch zu Rechtsfragen rund ums «Remixen», Konzert mit neuer Volksmusik (Albin Brun, Nadja Räss u. a.).

Samstag, 30. Januar

«Re-Vive», 14.00: Musik von der Gregorianik bis zu Prokofjew an der Orgel neu interpretiert; «Re-Source», 15.00: Gespräch zum Thema Remix und Theorie, anschliessend zeitgenössische Musik; «Re-Create», 18.30: Gespräch zum Remix in Bildender Kunst, anschliessend Konzert der Big Band der Musikhochschule (Arrangements und Kompositionen von Gil Evans).

Sonntag, 31. Januar

«Re-Search», 10.00 bis 13.00: Die Online-Forschungsveranstaltung spürt der Chaconne in d-Moll von Bach nach, die im Original und in Bearbeitungen erklingt. Die Veranstaltung wird gestreamt, gleichzeitig wird ein digitaler Raum (über Zoom) zur Diskussion der Beiträge zur Verfügung stehen (Anmeldung bis 31. Januar, 8.00, an musikforschung@hslu.ch.) (mat)

www.hslu.ch/szenenwechsel

Eigentlich wollte das Festival eine Gelegenheit bieten, den Neubau der Musikhochschule auf dem «Kampus Südpol» zu besuchen. «Nun freuen wir uns, dem Publikum auch digital eine Reihe von hochkarätigen Konzerten, Vorträgen und Diskussionsrunden bieten zu können», sagt Direktor Valentin Gloor. Auch wenn diese für das Publikum nur online zugänglich sind: Den Studenten erlaubten die Konzerte trotzdem, «im Rahmen des Studiums respektive von Prüfungen wichtige Bühnenerfahrung sammeln zu können». Denn die Programme sind unter Berücksichtigung des Schutzkonzeptes in den Räumlichkeiten der Musikhochschule ohne Publikum aufgezeichnet worden.

Eine Neuausrichtung erhält das Festival passend zum neuen Zuhause der Musikhochschule. Seit letztem Herbst sind hier Lehre und Forschung sowie alle Institute vereint. «Am Festival lassen wir die künstlerische Praxis und die Forschung in einen intensiven Dialog treten», sagt Gloor. «Diese Bündelung der Kräfte entspricht unserem Departement an einem gemeinsamen Ort – da werden neue Vernetzungen hör- und erlebbar!»