Medizinstudium

Stoppt den Blindflug!

Arzt (Symbolbild)

Arzt (Symbolbild)

Mehr als eine Milliarde Franken setzen die medizinischen Fakultäten jährlich für die Forschung ein. Das klingt vor allem dann nach viel Geld, wenn man es den Ausgaben für Medizinstudenten gegenüberstellt.

Für die Ausbildung von Ärzten werden pro Jahr 226 Millionen Franken ausgegeben. Das ist viermal weniger als für Forschung! Nun sind diese Zahlen nicht in Stein gemeisselt. Sowohl die Uni Zürich als auch Bern fechten sie an: Sie rechnen mit wesentlich höheren Kosten pro Student. Sie sagen, dass sich Lehre nicht so einfach von der Forschung trennen lasse. Wie teuer ein Medizinstudium ist, können sie trotzdem nicht sagen. Es fehlt die Transparenz. Und zwar komplett.

Die Universitäten und die ihr angegliederten Kliniken müssen bis heute keine Rechenschaft ablegen, wofür sie die Steuergelder einsetzen – dabei ist das eigentlich selbstverständlich. Bei jeder anderen Fachrichtung wird genau Buch geführt. Die Zahlen sind öffentlich. Dass sie ausgerechnet in der Medizin fehlen, ist umso ärgerlicher, als seit Jahren die Kantone und der Bund jeden Rappen umdrehen, um weitere Ärzte ausbilden zu können.

Wir brauchen mehr Ärzte und wir können sie selbst ausbilden. Das ist unbestritten. Ob aber zur Schaffung weiterer Studienplätze tatsächlich mehr Geld nötig ist, kann heute gar nicht abschliessend beurteilt werden. Vielleicht wäre das Geld heute bereits vorhanden – es wird einfach falsch eingesetzt. Um Klarheit zu schaffen, müssen die medizinischen Fakultäten ihre Rechnungen endlich offenlegen.

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