Persönlich

Wie weit ist es mit dem Verzicht her?

Einige wollen in dieser Zeit nicht mehr Zug fahren.

Einige wollen in dieser Zeit nicht mehr Zug fahren.

Wir scheinen in der Tat schnell zur Hand, wenn es darum geht, unsere Verhaltensweisen im hoffentlich baldigen Post-Corona-Zeitalter anzupassen. Es gibt Menschen, die wieder mehr Auto als Zug fahren wollen. Es gibt solche, die sich ihren Viergänger nur noch an die Haustür bringen lassen wollen. Und es gibt solche, künftig nur noch heim- statt fremdwerken lassen wollen. Die Liste liesse sich täglich beliebig erweitern.
Was genau der Auslöser dieses Drangs nach zwar bescheidenden, in den Summen aber doch bemerkenswerten Veränderungen in der eigenen Lebensweise ist? Nun, die Soziologen müssen nach der Krise schliesslich auch noch etwas zu tun haben. Der populärwissenschaftliche Erklärungsversuch sei an dieser Stelle aber schon einmal gewagt.

Könnte es sein, dass es ein kollektives Unbehagen über die Art und Weise gibt, wie wir unsere Leben bisher gelebt haben? Und die Einsicht, dass es so nicht endlos weitergehen kann? Verbunden aber mit dem fehlenden Mut und der unbesiegbaren Bequemlichkeit, die Dinge so zu verändern, dass es persönlich wehtut und gesellschaftlich etwas bringt? Deshalb: Warten wir ab, wie es sich mit dem ÖV, Restaurant- und Handwerker-Verzicht Ende Monat verhält.

balz.bruder@chmedia.ch

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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