Würde der letzte Tag der Anmeldefrist für die eidgenössischen Wahlen noch eine Überraschung liefern? Oder bliebe es bei den fünf bekannten Kandidaturen für den Ständerat und den angemeldeten Listen für den Nationalrat? Um es vorwegzunehmen: Den grossen Quereinsteiger – oder, noch besser, die grosse Quereinsteigerin – im Rennen um die Ständeratssitze bescherte uns der erste Tag nach den Ferien ebenso nicht. Und auch bei den Nationalratslisten ist nichts Weltbewegendes aufgetaucht.

Die Ausgangslage für den 20. Oktober bleibt damit sehr überschaubar. Vor allem beim Ständerat: Die beiden Bisherigen Pirmin Bischof (CVP) und Roberto Zanetti (SP) gehen mit einem klaren Bonus in die Ausmarchung. Ein zweiter Wahlgang mutet angesichts des Fünferfeldes zwar wahrscheinlich an – doch es wird viel brauchen, um die geteilte zu einer ungeteilten Standesstimme zu machen. Sowohl von links als auch von rechts.

Und bei den Nationalratswahlen konzentriert sich das Interesse angesichts einer einzigen Vakanz – jener von SP-Frau Bea Heim – eher auf die Frage, wer bei mutmasslich gleichbleibender Sitzverteilung das Rennen bei den Sozialdemokraten machen wird. Oder sorgt die grüne Doppelkandidatur von Felix Wettstein am Ende doch dafür, dass es zu einer kleinen tektonischen Verschiebung kommt?

Wichtig ist vor allem dies: Welche Köpfe am Ende auch immer gewählt werden – es braucht Auseinandersetzung, Differenzierung und Wettbewerb um die besten Ideen. Nichts Schlimmeres als Wahlen ohne Profil.

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