Gipfeli und Weggli auf dem Zmorgetisch. Finden alle toll. Gipfeli und Brötli im Ghüder. Alle sind entsetzt. Weil die «bösen Bäckereien» viel zu viel backen, und dann einfach wegschmeissen, was sie nicht verkaufen? Bäckereien aus der Region versuchen, den grössten Teil ihrer Reste weiter zu verwerten. Laut dem Bundesamt für Umwelt sind Gross- und Detailhändler für nur rund fünf Prozent der verschwendeten Lebensmittel verantwortlich. Die Konsumenten hingegen für fast zwei Drittel.

Genau: die Konsumenten. Die jammern, wenn sie fünf Minuten vor Ladenschluss nicht mehr das Brot kaufen können, das sie am liebsten mögen. Und dann das letzte Brötchen im Korb nicht möchten, weil dieses nicht ganz so schön aussieht.

Die Konsumenten, die erwarten, dass ihre Bäckerei etwas gegen Foodwaste tut. Obwohl sie sich selber an der Nase nehmen müssten: Entweder früher aufstehen und frisches Brot holen – oder einsehen, dass es halt nicht immer genau das an Lager hat, genau dann, wenn sie es kaufen wollen. Entweder nicht alles in den Einkaufskorb schmeissen, das toll aussieht – oder dann auch alles aufbrauchen, was eingekauft wird. Bewusster mit Lebensmitteln umgehen, wie es so schön heisst.

Natürlich kann die Planung mal daneben gehen. Auch bei «bewussten» Konsumenten. Aber selbst dann muss das trockene Brot nicht im Abfall landen. Wenn alle Stricke reissen, kann der Konsument ja noch Fotzelschnitten machen. Zum Znacht. Dann muss er auch nicht fünf Minuten vor Ladenschluss noch in die Bäckerei rennen.

noelle.karpf@azmedien.ch