Egerkingen

Stöckli oder Spycher? Zu viele Wirren

Es gibt keinen Spycher in Egerkingen. Symbolbild

Das Projekt des Spychers im Gäu spaltet die Meinungen.

Das deutliche Resultat kam unerwartet. Zwar wurden seit Bekanntwerden des Projektes diverse kritische Stimmen laut. Sie wehrten sich hartnäckig gegen dieses Stück Emmental, das die Gemeinde ins Gäu verpflanzen wollte. Niemand wusste jedoch, wie stark das Gewicht dieser Stimmen tatsächlich ist. Auf der anderen Seite blieb es – vom Gemeinderat abgesehen – still. Allen voran die Hotellerie, die am meisten davon profitiert hätte, hielt sich zurück. Wo war sie? War ihr das Projekt zu wenig wichtig? Oder glaubte sie, den Souverän bereits in der Tasche zu haben? Auch an der Versammlung blieb sie unsichtbar. Der Gemeinderat wurde recht eigentlich im Stich gelassen; er musste sich den Kritikern allein stellen.

Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi handhabte die Situation mit der ihr eigenen Abgebrühtheit. Auch Fehler gestand sie ein. Vermeidbar gewesen wäre etwa die fehlerhafte Kommunikation: Stöckli oder Spycher? Die konfuse Informationspolitik begann, bevor der Gemeinderat die Bevölkerung überhaupt einbezog. Auch hätte die Gemeinde seriöser über die Kostenlage aufklären müssen. Ohne die zahlreichen Unzulänglichkeiten hätte das Stöckli vielleicht mehr Akzeptanz gefunden.

Ironie dieser Wirren:
Der Emmentaler Spycher könnte dennoch bald das Ortsbild zieren, sollte unvermutet ein Privater einspringen. Ob diese Lösung dem Stimmvolk gefiele? Es bleibt spannend.

yann.schlegel@chmedia.ch

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