Wo viele Leute sind, kann viel passieren. Wir reden von der Badi. Sicher, wegen des noch geschlossenen Zuchwiler Freibad gab es Dichtestress. Das Aufsichtspersonal in Solothurn war extrem gefordert. Doch das gehört zum Business. Und beim Unfall am letzten Donnerstag war die Badi nur durchschnittlich frequentiert.

Wie immer werden nun Sündenböcke gesucht. Und gefunden bei Eltern, die ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen. Hallo!? Als vor gut 20 Jahren ein Girl vom Fünfmeter-Brett auf den Kopf unseres Sohnes sprang und dieser zur Beobachtung ins Spital gefahren wurde, waren wir nicht dabei. Sein Lehrer schon. Es hätten nebst ihm noch wir Eltern sowie drei Badmeister in nächster Nähe sein können – der Unfall wäre genauso passiert. Wer oben nicht genau hinschaut und die falsche Entscheidung trifft - der kann eben andere treffen.

Nun aber die ganz dicke Post: Ich und meine neun jüngeren Geschwister waren jahrelang fast täglich im Sommer in der Badi. Ich konnte erst in der 5. Klasse schwimmen. Meine Eltern dagegen, die waren nie mit dabei. Aber sie konnten sich auf uns verlassen. Bedingungslos. Auch auf die Badmeister Kari Häfeli und Bruno Heim. Die kannten uns wie unsere Eltern. Das reichte für den Rundum-Badespass. Jahraus, jahrein. Ohne Zwischenfall.