Ja, es ist ein ambitiöses Projekt. Ja, es ist keineswegs sicher, ob Cargo sous terrain tatsächlich wahr wird. Und ja, die Gefahr besteht, dass mehr Verkehr ins Gäu kommt. Doch heisst das nun für die Gäuer Gemeinden, das Projekt abzublocken? Nein. Denn wer im Vorfeld aktiv mitgestaltet, hat dementsprechend grösseren Einfluss auf das Projekt.

Cargo sous terrain wird wohl vom Bund mit einem Gesetz unterstützt. Dieses soll alles regeln, was unterirdisch läuft. Bezahlen wird aber nicht der Steuerzahler, sondern die Privatwirtschaft. Und nehmen Investoren ihr Geld in die Hand, dann nicht für ein unausgegorenes Projekt. Zum Beispiel betreffend technischer Machbarkeit.Nein, Investoren geben dann Geld, wenn sie überzeugt sind von der Rentabilität eines Projekts. Wenn dies eintrifft, dann wird Cargo sous terrain kommen. Egal, ob man im Gäu Lust drauf hat.

Was ist also zu tun? Mitmachen. Von Anfang an. Klar aufzeigen, was erwünscht ist und was nicht. So können die Gemeinden mitgestalten. Denn in der Baubewilligungsphase lässt sich dann nur begrenzt Einfluss nehmen, weil lediglich oberirdische Bauten von den Gemeinden abgesegnet werden müssen. Den Rest regelt das in Aussicht gestellte Bundesgesetz. Und falls Cargo sousterrain nicht kommt? Dann bleibt alles, wie es ist. Steuergelder wurden nicht verbraten, der Schaden liegt, wenn überhaupt, bei der Privatwirtschaft. Verlieren können die Gemeinden eigentlich nur, wenn sie nicht mitarbeiten, denn dann wird über sie und nicht mit ihnen entschieden werden.

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